Via Twitter verkündete Ministerpräsident Markus Söder heute morgen, dass die Weihnachtsferien in den Schulen bereits früher beginnen. Statt dem 22. Dezember, einem Dienstag, ist nun der 18. Dezember, ein Freitag, der letzte Schultag. Damit soll die Gefahr einer Infektion durch ein gemeinsam gefeiertes Weihnachtsfest verringert werden. Doch wie stehen Schulen, Lehrer- und Elternvertreter aus dem Landkreis zum früheren Ferienstart?

"Die zwei Tage machen da jetzt keine Probleme", findet Jürgen Wolff, Schulleiter der Grund- und Mittelschule Iphofen. In der letzten Schulwoche vor Weihnachten passiere traditionell nicht mehr viel. Das bestätigt auch Monika Rahner, Schulleiterin des Armin-Knab-Gymnasiums (AKG) in Kitzingen. "Auch die zwei Tage Unterrichtsausfall sind zu verkraften", erklärt Rahner weiter und Terminprobleme mit Schulaufgaben oder anderen Prüfungen gebe es da erfahrungsgemäß keine. "Eigentlich findet in diesen Tagen immer das Weihnachtskonzert statt, doch das fällt dieses Jahr ja sowieso aus", ergänzt sie. 

Elternverband: Nicht glücklich, aber verständlich

Etwas anderer Meinung ist da Jürgen Kempf vom Landeselternverband (LEV). "In unserem Verband sind nicht alle Eltern glücklich über diese Entscheidung", sagt Kempf. Denn nicht alle Eltern hätten gerade jetzt am Jahresende noch Urlaub übrig. Viele Eltern mussten ja bereits im März und April, als die Schulen für drei Wochen geschlossen waren, Urlaub nehmen. Die Kinder würden sich bestimmt über den früheren Ferienstart freuen, aber gerade für Eltern die berufstätig sind, sei es schon problematisch.

Kempf hätte sich beispielsweise eine Lösung vorstellen können, bei der Schüler zwischen der ersten und siebten Klasse normal beschult werden und nur die älteren Schüler bereits früher Ferien haben. Trotzdem akzeptiert der LEV die Entscheidung der Landesregierung, die ja in Nordrhein-Westfalen auch schon so gefallen ist. "Es ist ein zweischneidiges Schwert, aber wenn es nötig ist, akzeptieren wir es", äußert Kempf Verständnis. Mitspracherecht habe der Elternverband bei der Entscheidung sowieso nicht gehabt.

Mit gutem Gewissen die Großeltern besuchen

Beim Kitzinger Ableger des Bayerischen Lehrerverbands (BLLV) ist man froh über den Beschluss von heute. "Letzten Mittwoch habe ich genau das in einem Brief an den Ministerpräsidenten gefordert", schildert Sabine Huppmann, Vorsitzende des BLLV in Kitzingen. "Sogar im gleichen Wortlaut, wie er es heute verkündet hat", fügt die Grundschullehrerin aus Volkach hinzu. Diese zwei Tage würden niemandem weh tun, aber dann gebe es einen Puffer vor Weihnachten, findet sie. "Es ist für uns als Lehrer die einzige Chance uns zu schützen", fügt sie hinzu. Für Huppmann bedeutet die jetzige Lösung auch, dass sie ohne schlechtes Gewissen ihre Eltern, die beide zur Risikogruppe gehören, besuchen kann. "Das hätte ich sonst wahrscheinlich nicht gemacht."

Kempf würde sich freuen, wenn die von Kultusminister Michael Piazolo heute angekündigte Notbetreuung für berufstätige Eltern funktioniert. Bei einigen Kindern falle ja dann sogar die Ganztagsbetreuung weg. Das kann sich auch Rahner vom AKG vorstellen. "Wir würden vorab den Bedarf bei den Eltern nachfragen und wenn der da ist, dann bieten wir natürlich eine Notbetreuung an", berichtet die Schulleiterin. Diese Betreuung übernehmen dann Lehrer der Schule.