28 Rekruten aus der Volkacher Mainfranken-Kaserne haben auf dem Lindacher Dorfplatz ihr feierliches Gelöbnis abgelegt. Lodernde Fackeln erleuchteten das festliche Geschehen, bei dem die jungen Soldaten des Logistikbataillons 467 das feierliche Versprechen ablegten, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen sowie das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.

Die Rekruten leisten seit dem 1. Oktober freiwilligen Dienst bei der Bundeswehr und stehen kurz vor dem Abschluss ihrer dreimonatigen Grundausbildung.

Nach dem Gelöbnisgottesdienst in der Lindacher Kirche marschierten das Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim unter der Leitung von Jürgen Bauer, die Gelöbnisformation, die Fahnenträger und die Soldaten auf den Dorfplatz.

Der Bataillonskommandeur des Logistikbataillons 467, Oberstleutnant Patrick Dohmen, hieß die geladenen Gäste, die Rekruten und ihre Angehörigen zur Gelöbniszeremonie willkommen.

„Mit Ihrer Anwesenheit bezeugen sie ihre Wertschätzung und Verbundenheit mit den Streitkräften unserer Gesellschaft und unseren Rekruten“, wandte sich der Bataillonschef an die zahlreichen Zuschauer und die Fahnenabordnungen der Vereine.

Lebendige Patenschaft

Den Menschen in der Gemeinde Kolitzheim dankte er für die lebendige Patenschaft mit der Instandsetzungskompanie. Sie gebe den Soldaten das gute Gefühl, von der Bevölkerung ge- und nicht nur ertragen zu werden. „Für uns ist es wichtig, mitten und gut in der Zivilgesellschaft aufgehoben zu sein und uns des breiten Rückhaltes für unseren anspruchsvollen Dienst gewiss sein zu können“, betonte Dohmen.

Er wandte sich danach an die Rekruten. Beim soldatischen Dienst komme es darauf an, sich in der Gemeinschaft auf der fundamentalen Basis der freiheitlich demokratischen Grundordnung für die Gemeinschaft einzusetzen und so aus dem selbstlosen Geben einen Mehrwert für die Gesellschaft zu erzeugen.

Da der gesellschaftliche Trend in Richtung Individualisierung und Egoismus gehe, sei das Einstehen für die Gemeinschaft heutzutage wichtiger denn je. „Alle, die einen freiwilligen Dienst für das Gemeinwohl leisten, sind Vorbilder für die gesamte Gesellschaft“, so Dohmen. Durch ihr Gelöbnis bekräftigten die Rekruten ihre Bereitschaft zur „Ultima Ratio“ (Letztes Mittel in einem Konflikt) und allen damit im Zusammenhang stehend soldatischen Pflichten.

Schockiert vom Terror

Der Kolitzheimer Bürgermeister Horst Herbert erinnerte in seiner Ansprache an die offizielle Geburtsstunde der Bundeswehr. Am 12. November 2015 habe sie unter dem Motto „Wir. Dienen. Deutschland.“ ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. Dass man heute in Deutschland in Frieden leben könne, sei eine große historische Leistung, „zu der unsere Bundeswehr einen entscheidenden Beitrag geleistet hat“. Das Gemeindeoberhaupt bedauerte, dass Millionen von Menschen auf der Welt dieses Glück nicht teilen können.

„Der Terror hat auch uns erreicht. Der Schock sitzt tief“, blicke er auf die jüngsten Anschläge von Paris zurück. Für die jungen Soldaten habe ihre berufliche Entscheidung die Konsequenz, notfalls die Gesundheit und in letzter Konsequenz das Leben einzusetzen.

Sie könnten sicher sein, dass sich die Bevölkerung der Partnergemeinde Kolitzheim mit ihnen identifiziert und hinter sie stellt. Im Anschluss an die Gelöbnisfeier luden Bürgermeister Herbert und die Vertreter der Vereine die Besucher noch zu einem Empfang im örtlichen Sportheim ein.

ONLINE-TIPP

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