Weil sie Reitzubehör bestellt, die Rechnung aber erst nach 23 Monaten bezahlt hat, fand sich eine 33-Jährige auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kitzingen wieder. Die Bürokauffrau wurde wegen Betrugs zu einer Geldstrafe von 600 Euro (15 Tagessätze zu 40 Euro) verurteilt. Einen weiteren Betrugsvorwurf hat sie vom Hals. Dass sie beim Verkauf von zwei Hundeswelpen die Käufer über deren Herkunft getäuscht haben soll, war nicht zu beweisen. Dieses Verfahren wurde eingestellt.

Wegen der zwei Betrugsfälle hatte die Frau einen Strafbefehl bekommen und Einspruch eingelegt. Damit kam es zu dem Verfahren am Amtsgericht. Dabei ging es zunächst um einen Fall aus dem Jahr 2018. Die Frau soll im August vor zwei Jahren Reitzubehör im Wert von rund 186 Euro bestellt, aber erst mit großer Verspätung bezahlt haben. Die Frau wies zunächst den Vorwurf von sich, berief sich auf Probleme mit der Abbuchung bei ihrer Bank.

Persönliche und finanzielle Probleme

Nachdem das Gericht Konotauszüge überprüft hatte, ruderte sie zurück. Die Frau, die einen Schuldenberg im fünfstelligen Bereich vor sich herschiebt, sprach von persönlichen und finanziellen Problemen zu jener Zeit. "Sie hat den Überblick nicht nur über ihre privaten Schulden verloren", sagte die Verteidigerin. Die verwies darauf, dass inzwischen der gesamte Betrag bezahlt worden sei. Das waren dann 550 Euro, einschließlich Mahngebühren und weiterer Kosten. Dass das 23 Monate gedauert hatte, begründete ihre Verteidigerin mit einem "möglicherweise äußerst verzögerten Zahlungsverhalten" ihrer Mandantin.

Dem wollte das Gericht nicht folgen. Für die Staatsanwältin und für Richterin Patricia Finkenberger war das Vorgehen der Frau Betrug. Nach mehreren Denkpausen räumte die Frau den Vorwurf dann auch ein und kam mit 600 Euro (15 Tagessätze zu 40 Euro) relativ günstig davon.

Betrug beim Hundehandel nicht nachweisbar

Das Gericht hatte dabei den vor der Verteidigerein angesprochenen "enorm angespannten finanziellen Hintergrund" der Frau berücksichtigt. Auch ihr Geständnis und die vollständige Wiedergutmachung des Schadens sprachen für die bisher nicht vorbestrafte 33-Jährige.

Einen zweiten Vorwurf verfolgte das Gericht nicht weiter. Die Frau soll laut Anklage zwei Hunde der Rasse Boxer als "Welpen aus eigener Zucht" für 700 Euro verkauft haben. Weil das aber der Käufer bezweifelte und stattdessen von "Welpen unklarer Herkunft" sprach, bekam die Frau eine Anzeige wegen Betrugs. Das Gericht sah wie die Staatsanwältin und die Verteidigerin kaum Chancen, den Betrug bei den Welpen nachweisen zu können. Damit hatte die Frau mit ihrem Einspruch zumindest in diesem Punkt Erfolg.