Der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung Kreisverband Kitzingen (vlf) war im zurückliegenden Jahr rege aktiv. Zwar konnten wegen Corona manche Vorträge und Seminare nur online stattfinden, doch die Teilnehmerzahlen waren erfreulich. Diese positive Bilanz zogen die Verantwortlichen des vlf am Freitag in ihrer Hauptversammlung im Haus der Gemeinschaft in Schwarzenau.

Im Mittelpunkt des Treffens stand die Wahl des neuen Geschäftsführers Dr. Herbert Siedler. Einstimmig votierten die Mitglieder für den Nachfolger von Dr. Andreas Becker, der ins Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München gewechselt ist. Mit einem großen Obstkorb verabschiedete Vorsitzender Klaus Niedermeyer den Alt-Geschäftsführer und dankte ihm für die geleistete Arbeit.

Zugleich freute er sich über die Neuwahl des 60-jährigen Herbert Siedler, der seit 1. Februar kommissarisch den Bereich Landwirtschaft am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Kitzingen leitet. Siedler ist seit 1993 im Staatsdienst und seit 2014 Mitglied des Rottendorfer Gemeinderats. "Ich will etwas bewegen", sagte Siedler nach seiner Wahl motiviert.

Hohe Auszeichnung für Gerd Düll

Ein weiterer Höhepunkt der Versammlung waren die Ehrungen verdienter Mitstreiter und erfolgreicher Mitglieder, die ihre Ausbildungen abgeschlossen haben. Das Verbandsabzeichen in Silber erhielt der frühere Geschäftsführer des vlf Kitzingen und ehemalige Behördenleiter des AELF Kitzingen Gerd Düll aus Brünnau.

Mit der Ehrung würdigte der Landesverband Dülls "hervorragenden Verdienste um die Landwirtschaft und um die Förderung des landwirtschlichen Schul- und Ausbildungswesens". Vor einem Jahr war Düll nach fast zehnjähriger Tätigkeit als Geschäftsführer verabschiedet worden. Jetzt folgte die hohe Auszeichnung. "Gerd Düll hat uns im Landkreis weit vorangebracht", lobte Vorsitzender Niedermeyer den Geehrten und erinnerte an dessen Initiativen bei den Rundbriefen, Vorträgen und Mehrtagesfahrten.

"Grüne" Ausbildung beendet

Für ihren engagierten Einsatz im Verband erhielten Bianca Scherer (Öffentlichkeitsarbeit) und Anja Veeh (AELF Kitzingen) Geschenke. Den Abschluss ihrer "grünen" Ausbildung feierten Jana Emmert (Kleinlangheim), Fabian Lambardia (Iphofen), Hans Hager (Biebelried, alle staatlich geprüfte Techniker für Landbau), Frederick Drenkard, Johann Drenkard (beide Mainstockheim), Konstantin Kraus (Obervolkach), Niclas Röder (Kitzingen, alle Meister- und Technikerschule für Wein- und Gartenbau, Veitshöchheim), Nicolas Dennerlein (Michelfeld, staatlich geprüfter Wirtschafter für Landbau Bachelor Professional Agrarwirtschaft), Katharina Hein (Willanzheim, Abschluss der Teilzeit-Schule Hauswirtschaft). Alle aktuelle Absolventen erhalten vom vlf Kitzingen ein Willkommenspräsent und für zwei Jahre kostenfreie Mitgliedschaft.

In seinem Geschäftsbericht ging Geschäftsführer Becker auf die Mitgliederentwicklung ein. Dem vlf Kitzingen gehörten am Jahresende 928 Frauen und Männer an. Das sind 29 weniger als im Vorjahr. Etwa ein Drittel der Mitglieder ist weiblich. 709 Teilnehmer nahmen die angebotenen Info-Veranstaltungen und Fortbildungen wahr. Zweimal pro Jahr erschienen die Rundbriefe mit einer Auflage von knapp 1000 Stück.

Mehr in die Öffentlichkeit gehen 

Vorsitzender Klaus Niedermeyer ging auf die Zeitenwende ein. Klimaveränderungen, der Krieg in der Ukraine, die Themen Tierwohl, Energieknappheit, Nachhaltigkeit und Mobilität seien auch in der Landwirtschaft allgegenwärtig. Die Frage "wo geht der Weg hin?" bleibe spannend, so der Vorsitzende. Alle Landwirte sind aufgefordert, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und ihren Umgang mit Natur und Nutztieren der Bevölkerung durch Führungen zu erklären.

In ihrem detaillierten Rückblick per Powerpoint-Präsentation streiften Becker, Niedermeyer und die zweite Vorsitzende Sonja Eichinger im Wechsel die Unternehmungen und Veranstaltungen der letzten zwölf Monate. Sie begannen ihren Bericht mit der Besichtigung der Feldhamsterinseln in Dettelbach und endeten mit den Erlebnissen ihrer Lehrfahrt in den Schwarzwald und Elsass Ende Mai.

Die Grüße von Landrätin Tamara Bischof überbrachte deren Stellvertreterin Doris Paul. Die Besichtigung der neuen Tierwohlställe im Staatsgut Schwarzenau rundete das Treffen ab.