Kitzingen

Von Altgrasstreifen bis Zwischenfrucht: Welche Maßnahmen gut für die Artenvielfalt sind

Es tut sich viel in Sachen Artenvielfalt auf den Feldern und Fluren in der Region. So heißt es in einem Presseschreiben vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg (AELF), dem auch die folgenden Informationen entnommen sind: Mit einer Fülle an Maßnahmen, wie etwa mehrjährigen Blühflächen, Hecken, die kleine Lebensräume für die Tiere bieten, Altgrasstreifen sowie Zwischenfrüchten leisten Landwirtinnen und Landwirte bereits wertvolle Beiträge für mehr Struktur- und Artenvielfalt.
Bei der Flurbegehung mit dem Landwirtschaftlichen Verein Kitzingen ging es auch um Maßnahmen wie Blühflächen, Altgrasstreifen und Zwischenfrüchte, die Natur und Grundwasser schonen. Foto: Theresa Bäuml/AELF Kitzingen-Würzburg

Es tut sich viel in Sachen Artenvielfalt auf den Feldern und Fluren in der Region. So heißt es in einem Presseschreiben vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg (AELF), dem auch die folgenden Informationen entnommen sind: Mit einer Fülle an Maßnahmen, wie etwa mehrjährigen Blühflächen, Hecken, die kleine Lebensräume für die Tiere bieten, Altgrasstreifen sowie Zwischenfrüchten leisten Landwirtinnen und Landwirte bereits wertvolle Beiträge für mehr Struktur- und Artenvielfalt.

Eine intakte Biodiversität ist ein wichtiger Pfeiler, auf den sich die nachhaltige Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion stützen. Viele der Maßnahmen bieten zudem Synergien zum Gewässer-, Boden- und Klimaschutz. Ein gutes Beispiel zeigt dafür der Landwirtschaftliche Verein Kitzingen, der sich zusammen mit dem regionalen Versorgungsunternehmen LKW und dem AELF seit vielen Jahren für die Verbesserung des Grundwassers einsetzt. Von den Akteuren werden Blühstreifen und Zwischenfrüchte angelegt, die für gute Messwerte in den Brunnen, und gleichzeitig für Strukturen und Nahrungsangebot für Insekten sorgen und so das Ökosystem stützen.

Es geht vorwärts: Zahl der Blühstreifen hat sich verdreifacht

Im ganzen Raum Kitzingen-Würzburg geht es dabei vorwärts: Waren es im Jahr 2018 noch 542 Hektar an Blühstreifen in den beiden Landkreisen, hat sich die Zahl bis ins Jahr 2021 auf 1861 Hektar mehr als verdreifacht. Theresa Bäuml vom AELF machte bei der aktuellen Flurbegehung mit dem Landwirtschaftlichen Verein Kitzingen Ende Juni im Wasserschutzgebiet "In der Klinge" in Kitzingen deutlich, wie entscheidend bei der Wildlebensraumberatung die gute Zusammenarbeit ist. Weil hier alle Akteure an einem Strang ziehen, konnten so beispielsweise an vielen Orten wieder sogenannte Altgrasstreifen stehen gelassen werden. "Dorthin können sich Insekten und Amphibien flüchten, wenn nebenan gemäht wird. Bleibt der Altgrasstreifen bis in den nächsten Frühsommer stehen, bietet er auch gute Bedingungen für die Überwinterung vieler Arten", so Bäuml.

Auch im Landkreis Würzburg setzen sich die Landwirte für den Artenerhalt ein: Bauer Hubert Kuhn aus Günterlseben engagiert sich zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz beispielsweise für das Anlegen von Blühflächen und das Pflegen von Hecken und Büschen. Sein Nachbar Stephan Ziegler hilft der Umwelt nur wenige hundert Meter entfernt auf eine andere Weise. Er setzt eine Schlupfwespenart ein, die die Maiszünsler-Eier befällt, sodass sich die Schädlinge, die große Ernteausfälle verursachen können, nicht weitervermehren.

Insgesamt 111 Landwirte im Raum Kitzingen-Würzburg haben diese natürliche Schädlingsbekämpfung im vergangenen Jahr genutzt und wurden dafür gefördert. Dadurch können konventionelle Pflanzenschutzmaßnahmen reduziert werden, was Flora und Fauna ebenso hilft wie das Anlegen von Blühflächen.