„Ich glebb, souviel wourn um die Zeit nu nie do.“ Reinhard Hüßner, Leiter des Kirchenburgmuseums in Mönchsondheim strahlte mit der Sonne um die Wette. Bereits eineinhalb Stunden vor dem offiziellen Startschuss zum elften unterfränkischen Volksmusiktag waren die Plätze an den Biertischgarnituren unter den Linden und Pavillons auf dem Dorfplatz bis auf wenige freie Plätze besetzt.

Vor den Ständen, an denen die Lieblingsspeise aller Franken, Bier und Bratwürste verkauft wurden, bildeten sich lange Schlangen. Wer schlau war, beauftragte seinen Nachbarn und sagte: „Sei so gut, bring mir a nu a Seidla mied.“ Der kleine Iphöfer Ortsteil glich einem Großparkplatz und noch immer brachten Busse Besucher, die mit dem Verkehrsverbund-Ticket aus dem Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen anreisten. Die „Landstreicher“ sorgten mit Kontrabass, Gitarre, zwei Geigen und frechen Texten für die richtige Einstimmung auf ein buntes Fest.

Eine Trachtenstickerin und eine Klöpplerin zeigten ihre inzwischen selten gewordenen Handwerkskünste. Musikliebhaber deckten sich am Stand der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik, des bayerischen Landesvereins für Heimatpflege oder bei der Arbeitsgemeinschaft für fränkischer Volksmusik mit CDs und Notenbüchern ein.

Volksmusik weiterentwickeln

Die offizielle Eröffnung ist traditionell Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel vorbehalten. Der hält sich angesichts der vielen Gäste heuer kurz. Er lobt die Arbeit all derer, die daran arbeiten, die Volksmusik in Unterfranken weiterzuentwickeln. Der Tag trage dazu bei, „unsere fränkischen Wurzeln kennenzulernen“, sagt Dotzel.

„Ach sind die süß“, flötete eine Besucherin mit norddeutscher Herkunft angesichts der kleinen Tänzerinnen der Volkstanzgruppe Kolitzheim, die mit Kränzchen im Haar auf ihren Auftritt warten. „Die senn net süß, die senn goldich“, erklärt eine neben ihr mit am Tisch sitzende Nürnbergerin.

Auf dem Fest ist alles vertreten, was in der unterfränkischen Volksmusikszene Rang und Namen hat. Auf dem Dorfplatz unter den Linden oberhalb des Tanzpodiums spielen die „Schrolla Musikanten“ und die Kolitzheimer, die jedem Volkstänzer ein Begriff sind. Fränkisch frech geht's im Wirtshaussaal mit dem „3Klang Wiesenbronn“ zu, die eigentlich zu fünft sind und sich mit der Saitenmusik mit Frank und Iris Blum bestens ergänzen.

Im Kleinbauernhof Hahn haben die Kleinlangheimer Pfarrgass-Sänger wie immer ihren Stammplatz und ihre Fans. Haben sie Pause, kommt Karin Böhm mit ihren fränkischen Gschichtli und Gedichtli zu Wort. Fränkische Lieder zum Mitsingen, dazu laden die Bauersberger Sänger im Kräutergarten ein, während in und vor der Kirche die Sameds und die Frankobarden dicht von Zuhörern umringt sind.

Wer dort keinen Platz findet, der hört einfach im Schulmuseum Angela Sey zu, die fränkische Geschichten erzählt und sich mit der Weinfränkischen Stubenmusik ergänzt. Schon zum Inventar der Veranstaltung zählen die Hellmsermer Dorfmusikanten, die Wiesentheider SUD, die Winzersinggruppe Iphofen und die Fränkische Hausmusik. Auf dem Tanzpodium als Zentrum der Veranstaltung wirbeln Trachtler und Jeansträger bei Dreher, Polka, Rheinländer und Schottisch durcheinander. Während die Kinder „Krachmacher“ basteln dürfen, rauchen bei vielen Besuchern die Köpfe. „Fränggisch gredd“ so lautet ein Quiz, bei dem es darum geht, seine Kenntnisse im Fränkischen zu testen.