60 Anmeldungen für eine Mittagsbetreuung liegen der Grundschule Volkach vor, die nicht durch den Hort im Kloster St. Maria abgedeckt werden können. Volkachs Stadtrat hat die Problematik erkannt und in seiner Sitzung am Montag die Einführung einer Mittagsbetreuung einstimmig beschlossen. Das für die künftige Mittagsbetreuung prognostizierte Defizit von etwa 50.000 Euro soll aus dem Stadtsäckel entnommen werden. 

Zweiter Bürgermeister Udo Gebert, der Bürgermeister Heiko Bäuerlein vertrat, erläuterte die aktuelle Situation. Die Verwaltung kümmere sich seit langem mit Schule und Hort intensiv um Betreuungsmöglichkeiten, so das stellvertretende Stadtoberhaupt. Sachgebietsleiterin Margit Krämer klärte auf, dass die Situation vor allem die Grundschüler von der ersten bis zur vierten Klasse betrifft. Die Schule habe aufgrund der hohen Nachfrage und der aktuellen Warteliste eine Bedarfsabfrage für Mittagsbetreuung durchgeführt. Etwa 60 Anmeldungen für eine Mittagsbetreuung lägen der Grundschule Volkach vor, die nicht durch den Hort abgedeckt werden können. Den Hort besuchen derzeit bereits über 130 Kinder.

Bedauerlicherweise könnten nicht alle interessierten Kinder aufgenommen werden. Das läge an der räumlichen Limitierung im Kloster und am fehlenden Fachpersonal, so Krämer. Stellenangebote seien bereits mehrmals erfolglos ausgeschrieben worden. Da enormer Fachkräftemangel herrsche, sei die Mittagsbetreuung eine gute Alternative, da dafür kein staatlich anerkanntes Fachpersonal wie Erzieherinnen und Erzieher oder Kinderpfleger und Kinderpflegerinnen benötigt wird.

"Es brennt unter den Nägeln", erinnerte Cengiz Zarbo an Gespräche mit Schulleitung und Eltern. Zarbo ist selbst Mitglied des Elternbeirates und befürwortete die Entscheidung des Gremiums. Für den Beschluss gab der frühere Schulleiter Herbert Römmelt die Marschrichtung vor: "Es bleibt uns eigentlich gar nichts anderes übrig. Der Druck der Eltern ist enorm." Römmelt forderte mittelfristig neue Räumlichkeiten für die Betreuungsgruppen und bat die Verwaltung um entsprechende Recherchen. "Wir brauchen da eine klare Struktur." Die Mainschleifenhalle sei keine gute Lösung.

Festgelegt hat der Stadtrat auch gleich die Beiträge für die Mittagsbetreuung. Zwei Tage in der Woche kosten zwischen 30 und 50 Euro (bis 14 Uhr) sowie 50 und 80 (Euro (bis 16 Uhr). Kosten für das Mittagessen, das in einem Raum der Mainschleifenhalle serviert wird, kommen hinzu.

Der Wasserpreis steigt um 20 Cent

Tiefer in die Tasche greifen müssen die Verbraucher in Volkach und den Stadtteilen. Bisher kostete der Kubikmeter Fernwasser 2,16 Euro. Ab 2023 wird der Preis um 20 Cent erhöht. Die Kostensteigerung von neun Prozent auf dann 2,36 Euro plus Mehrwertsteuer beschlossen die Mitglieder des Stadtrats einstimmig und verabschiedeten die entsprechende Satzung. Laut Kämmerin Christina Gehring von der Stadtverwaltung hatte eine Nachkalkulation für die Jahre 2018 bis 2022 ergeben, dass die bisherige Wassergebühr aufgrund der Unterhaltsaufwendungen des Fernwassernetzes nicht mehr die Kosten deckt. Die durchschnittliche Verbrauchsmenge pro Person liegt laut Kämmerin bei 36 Kubikmetern.

Nachfragen aus dem Rat betrafen die Spielplätze. Laut Zarbo fehlen beim Spielplatz Schaubmühlwiese immer noch die Tornetze. Weiter werde am Spielplatz in der Fahrer Dorfstraße eine Sitzbank vermisst. Netze und Bank seien bestellt, erklärte Gebert. Moritz Hornung fragte nach, warum am Spielplatz in Krautheim Spielgeräte abgebaut wurden. Die Antwort aus der Stadtverwaltung: Es lagen Sicherheitsmängel vor.

Im Vorfeld der Stadtratssitzung fand ein Treffen der Mitglieder des Verwaltungsrats der Stadtwerke Volkach Kommunalunternehmen (KU) statt. Dabei ging es um eine bereits beschlossene Machbarkeitsstudie zur Errichtung von Photovoltaikanlagen auf dem Gelände der Großkläranlage in Volkach.

Laut Zweitem Bürgermeister Udo Gebert gab eine Preisänderung. Die Investitionskosten für die Anlage belaufen sich jetzt auf 120.000 Euro. Ursprünglich waren 80.000 Euro prognostiziert. In 17 Jahren werde sich laut Verwaltungschef Gerhard Wagenhäuser das Projekt amortisieren. Andrea Rauchs Frage, ob eine Kreditaufnahme notwendig ist, verneinte Kämmerin Christina Gehring. Das Gremium beschloss die neuen Zahlen inklusive eines Puffers von insgesamt 130.000 Euro.