Eigentlich könnten die Organisten der Volkacher Pfarrkirche Sankt Bartholomäus jetzt schon loslegen. Der Spieltisch der neuen Vleugels-Orgel mit drei Manualen und 29 Registern ist bereits auf der Empore installiert. Das imposante Instrument besitzt 1160 Orgelpfeifen, die die Orgel klangvoll in Szene setzen werden. In den vergangenen Tagen verankerten die Fachleute der Orgelmanufaktur Vleugels aus Hardheim die aufwändige Technik unter dem Kirchenhimmel. In diesen Tagen wollen sie fertig sein. Anschließend wird die Orgel gestimmt. Am 20. Dezember wird sie Weihbischof Ulrich Boom im kleinen Kreis einweihen.

Das Gotteshaus ist zurzeit Großbaustelle. Arbeiter flitzen mit Handwerkszeug und Bauteilen hin und her. Ab und zu verirrt sich ein Tourist in die Kirche in der Volkacher Altstadt. Auf der Empore ist die alte Orgel mit ihren Pfeifen abmontiert. Das alte Klais-Instrument war nicht mehr spielbar. Im vergangenen Jahr entschied sich die Pfarrei für eine neue Vleugels-Orgel. Eine halbe Million Euro kostet das neue Tasteninstrument, eine große Herausforderung für die Kirchengemeinde.

"Die Corona-Pandemie hat uns Gott sei Dank keine Probleme gemacht."
Hendrik Weingärtner vom Förderkreis "Team Orgel"

Doch ihre Zuschussanträge fielen auf fruchtbaren Boden. 150 000 Euro steuert die Diözese Würzburg bei, 50 000 die Stadt Volkach. Das Landesamt für Schulen gewährt einen Zuschuss von 8000 Euro. Bleibt für die Pfarrei ein Eigenanteil von 292 000 Euro. Um diese Summe zu schultern, gründete man den Förderkreis "Team Orgel".

Pfarrer Johannes Hofmann ist begeistert von der Spendenbereitschaft der Volkacher: "Wenn es in der Pfarrei um vernünftige Projekte geht, dann machen die Leute den Geldbeutel ganz weit auf", schwärmt der Geistliche. Rund 61 000 Euro ist der aktuelle Spendenstand, der auch durch verschiedene Aktionen zustande kam, darunter der Verkauf der alten Orgelpfeifen, eines Orgel-Kaffees aus fairem Handel, eines Orgel-Klangweins und eines Orgel-Schnapses. Zu Weihachten gibt es noch Orgel-Schokolade.

"Die Corona-Pandemie hat uns Gott sei Dank keine Probleme gemacht", erklärt Hendrik Weingärtner. Das Mitglied im Förderkreis erläutert das aktuelle Geschehen. "Momentan wird die Orgel angeliefert." Einzelteile und Gehäuse wurden bei Vleugels gefertigt. Die Feinarbeiten am historischen Bestand (Barock) in der Pfarrkirche gestalteten sich nicht einfach. Das Podest musste einen Meter tiefer gelegt und nach vorne gerückt werden, damit die neue Orgel Platz hat. "Wenn alles fertig ist, folgt die Feinjustierung", sagt Weingärtner.

"Ich freue mich schon sehr", sagt Pfarrer Hofmann und strahlt durch seinen Mund-Nasenschutz. Er äußerst einen kleinen Wunsch: ein Glockenspiel als "Sahnehäubchen", das über die Tasten der Orgel gespielt wird. 30 000 Euro würde das Zuckerl kosten. Träumen darf ja erlaubt sein, meint der Pfarrer und hofft eventuell auf einen Sponsoren, der mit dem Glockenspiel-Register der Vleugels-Orgel eine Krone verleihen würde. Weil zwei Register noch vakant sind, wäre der Einbau eines Glockenspiels jederzeit möglich.

"Ich wollte keinen elektronischen Spielautomaten, sondern eine lebendige Orgel."
Pfarrer Johannes Hofmann

In den vergangenen Monaten wurden die Gottesdienste mit einer Truhenorgel begleitet. "Die hat uns die Diözese geliehen", ist Pfarrer Hofmann dankbar für die Übergangszeit. Er ist sich sicher, dass die Organisten Hendrik Weingärtner, Silvia Sauer, Karlheinz Sauer, Alexandra Meusert und Dominik Moller schon heiß darauf sind, auf der neuen Orgel Werke aus dem Barock, der Romantik und der Moderne zu spielen. Hofmann weiß: "Orgelbau ist eine diffizile Sache, die sich sehr schnell ändert."

Deshalb habe er immer für Qualität bei der Neuanschaffung plädiert: "Ich wollte keinen elektronischen Spielautomaten, sondern eine lebendige Orgel." Die neue Orgel vereint modernste Technik mit einem intakten Pfeifen-Register aus dem alten Instrument.

"Wir sind gerade bei der technischen Montage", erzählt Gabriel Miltner während des Besuchs der Orgelbaustelle. Er ist Projektleiter beim Orgelbau vor Ort und verrät: "Nachdem der Einbau abgeschlossen ist erfolgt die Intonation durch einen Kollegen." Als besondere Schwierigkeit in der Volkacher Pfarrkirche bezeichnet es Miltner, neue Technik in ein altes Gehäuse einzubauen. "Das ist wesentlich aufwändiger als ein Neubau."

Um die schweren Teile auf die Empore zu bekommen, waren Kräne und jede Menge Manpower erforderlich. Weil der Treppenaufgang zu eng ist, mussten die Einzelteile über das Geländer gehievt werden. "Wir haben Teile mit bis zu 300 Kilo Gewicht hochgeschafft", sagt er. Gerne würde er Pfarrer Hofmanns Sonderwunsch erfüllen. "Das Glockenspiel ist jederzeit nachrüstbar", macht Miltner dem Seelsorger Hoffnung.

Wer für die Orgel spenden möchte: Spendenkonto Katholische Kirchenstiftung Volkach, IBAN DE91790690010201501216, Raiffeisenbank Volkacher Mainschleife – Wiesentheid eG. Stichwort: Neue Orgel Volkach.