Die Flüchtlingswelle, die bislang ohne Ende scheint, beschert Volkach weitere Asylbewerber. Nach Obervolkach und Gaibach, wo schon Flüchtlinge eine neue Heimat gefunden haben, sind nun die Stadt Volkach selbst und der Ortsteil Astheim Anlaufstelle, wie Bürgermeister Peter Kornell am Montagabend in der Sitzung des Ferienausschusses des Stadtrats erklärte.

Details zu den Asylbewerbern seien ebenso wenig bekannt wie der Zeitpunkt ihrer Ankunft, so Kornell. Er rechne aber in Kürze damit, dass die Busse mit den Flüchtlingen anrollen. In Volkach würden dabei drei Häuser am Holzberg angesteuert, die Platz für insgesamt rund 40 Menschen bieten könnten.

Um die Bürger mitzunehmen, sei am 15. September eine Infoveranstaltung geplant. Dies sei auch ein Angebot für Leute, die sich einem Helferkreis anschließen wollen.

Ein Kontingent von Flüchtlingen kommt laut Kornell auch nach Astheim. Hier sei mit einer Ankunft „vermutlich“ Mitte September von zehn bis 12 Asylbewerbern zu rechnen.

Weil es aus dem Stadtrat leise Kritik an Organisationsschwächen der Behörden gab, die für die Verteilung der Flüchtlinge zuständig sind, erinnerte Kornell an die derzeit schwierige und unübersichtliche Situation für alle Beteiligten: „Wir sollten es unaufgeregt anpacken.“

„Da wird man dann merken, wie wichtig eine Umgehung ist.“
Holger Scheidig Ortssprecher von Gaibach

Eher für Aufregung – vor allem in Gaibach und Volkach – könnte der Ausbau der Bundesstraße 286 sorgen, der 2016 in die nächste Runde geht. Da geht es um den dreistreifigen Ausbau südlich von Gerolzhofen. Folge wäre eine Komplettsperrung zwischen Gerolzhofen-Süd und Neuses am Sand.

Weil dies zur Folge haben könnte, dass der Ausweichverkehr die Staatsstraße 2271 zwischen Kolitzheim und Volkach unter die Räder nehmen könnte, hatte sich Kornell an die Oberste Baubehörde gewandt. Das Ergebnis befriedigte im Ferienausschuss nicht jeden. Innenstaatssekretär Gerhard Eck, Chef der Behörde, sicherte in einem Brief an Kornell zu, „den großräumigen Verkehr durch entsprechende Vorwegweisungen auf die umliegenden Autobahnen zu lenken.“

Ob die Auto- und Lasterfahrer sich nach diesen Umleitungen richten werden, daran hatte nicht nur Gaibachs Ortssprecher Holger Scheidig seine Zweifel. Wenn die B 286 komplett gesperrt sei, werde die Blechlawine sich ihren Weg – trotz Autobahnumleitung – auch anderswo suchen: „Da wird man dann merken, wie wichtig eine Umgehung ist.“

Die Probleme vor allem mit dem Schwerverkehr seien schon jetzt vorhersehbar.

Eine von Scheidig angeregte Sperre der Staatsstraße für die Lastwagen hielt Kornell angesichts von Erfahrungen aus der Vergangenheit für kaum durchsetzbar. Die Stadt müsse gleich zu Beginn der Sperren die Situation im Auge behalten und dann sehen, „wo man nachjustieren muss.“