Die Kläranlagen in den Volkacher Ortsteilen Dimbach, Krautheim, Obervolkach und Rimbach erfüllen nicht mehr die gesetzlichen Anforderungen. Die Reinigung der ankommenden Schmutzfrachten kann nach einer Untersuchung nicht mehr lange vor Ort erfolgen.

Das Fazit einer Besprechung mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamts Aschaffenburg Außenstelle Würzburg im April lautete: Die vier Kläranlagen entsprechen nicht mehr den wasserrechtlichen Vorschriften. Sie sollten nach Volkach angeschlossen werden, um die Abwasserreinigungsvorschriften zu erfüllen.

Wie kommt das Abwasser in die Großkläranlage?

Deshalb denkt man beim Kommunalunternehmen Stadtwerke Volkach (KU) bereits über eine Lösung des Problems nach. Die KU-Verantwortlichen beschäftigt dabei vor allem die Frage, wie die Abwässer aus den Ortsteilen in die frisch sanierte Großkläranlage am Volkacher Mainufer gepumpt werden können.

Technisch machbar wäre die Abwasserbeseitigung per Druckleitungen nach Volkach laut Verwaltungschef Gerhard Wagenhäuser sicherlich. Doch auf welchen Trassen könnten die Leitungen verlegt werden? Für Krautheim und Rimbach zeichnet sich bereits heute eine Leitungstrasse in Richtung Obervolkach ab.

Erste Überlegungen

Von der Obervolkacher Kläranlage könnte die Leitung dann in die Weinstadt führen, müsste aber dabei das gesamte Stadtgebiet durchqueren beziehungsweise umgehen. Für den Ortsteil Dimbach zieht man neben der Volkach-Lösung eine Trasse in Richtung Schwarzach am Main in Erwägung.

Dort könnte dann die Leitung an das Kanalsystem des Abwasserzweckverbands Schwarzacher Becken angeschlossen werden.

Momentan betreibt das KU erste Überlegungen, detaillierte Gespräche und Verhandlungen müssten noch mit der Nachbargemeinde geführt werden. Das Büro Hoßfeld und Fischer aus Bad Kissingen wurde bereits mit den Vorplanungen für mögliche Trassen beauftragt, erklärte Wagenhäuser dieser Redaktion. Die Planer sollen dabei auch mögliche Kosten ermitteln. Die Volkacher Großkläranlage hätte nach abgeschlossener Ertüchtigung die Kapazität, die Abwässer aus den Stadtteilen aufzunehmen.

Unerklärliche Verschmutzungen

Bereits vor zwei Jahren hatte sich diese Entwicklung vor allem für die Rimbacher Anlage angedeutet. Damals hatte der Vorsitzende der Stadtwerke und Bürgermeister Peter Kornell erklärt, dass Ende 2017 mit der Betriebserlaubnis Schluss sei.

In Rimbach war es immer wieder zu unbestimmten Zeiten zu starken Verschmutzungen gekommen. Die kurzzeitigen Abwasserkonzentrationen belasteten die kleine Rimbacher Teichkläranlage. Die Schmutzfrachten spiegelten zeitweise 1000 Einwohnergleichwerte wider und Rimbach hat nur rund 300 Bürger. Diverse Untersuchungen auf der Suche nach den Ursachen der Mammutverschmutzung blieben erfolglos.

Bächlein hat kaum noch Wasser

Hinzu kommt, dass das an der Anlage vorbeiführende Bächlein kaum noch Wasser führt. „Die Bäche führen teilweise so wenig Wasser, dass das Einleiten aus der Kläranlage nicht mehr zulässig ist“, so Wagenhäuser.

Das gilt auch für die Dimbacher Teichkläranlage. „Würde der Main in Dimbach oder Rimbach vorbeifließen, dann wäre das überhaupt kein Problem. Die Teichanlagen wären ausreichend leistungsfähig“, erklärte der Verwaltungsleiter. Zum Zeitfenster für den Anschluss der vier Kläranlagen an die Großkläranlage meinte Wagenhäuser: „Keine fünf Jahre.“

Finanziert würden die Druckleitungen über die allgemeinen Abwassergebühren mit der Folge, dass es für die Verbraucher teurer wird.