„Sie haben die Kommunalpolitik unseres Marktes in mehr als 24 Jahren, darunter zwölf Jahre als Ortsoberhaupt, in überragender Weise geprägt“, wandte sich Schwarzachs Gemeindeoberhaupt Volker Schmitt an Lothar Nagel. Beim Ehrenabend am Dienstag in der Arche ernannte Bürgermeister Schmitt seinen Vorgänger nach einstimmigem Beschluss im Gemeinderat zum Altbürgermeister und überreichte ihm den Ehrenring der Gemeinde.

Mit Pater Franziskus Büll, Roland Höfer, Armin Weckert, Wolfgang Etzel und Bruder Edmar Schäfer verabschiedete Schmitt fünf Kommunalpolitiker, die sich bis zu drei Jahrzehnte im Marktgemeinderat für das Gemeinwohl einsetzten und wie Nagel nach der vergangenen Kommunalwahl aus ihrem Amt ausschieden.

Nagel habe es in seiner langen Amtszeit nie gescheut, unterschiedliche Lösungsansätze kritisch zu hinterfragen, betonte Schmitt in seiner Laudatio auf den Altbürgermeister. Er sei nie müde geworden, für seine Ziele zu werben. Bei allen Projekten habe er die Bürger mitgenommen. „Diese Transparenz hat sich gelohnt.“

Sein bürgerschaftliches Engagement habe reiche Früchte getragen. Mehrere Infrastrukturprojekte hätten die Attraktivität des Marktes gesteigert. Alle drei Kindergärten sind nach umfangreichen Sanierungen auf dem neuesten Stand und die Schwarzach-Halle wurde generalsaniert. Die Dorferneuerung in Stadtschwarzach hat einen schönen neuen Ortskern gebracht und das Mainvorland wurde zur Freizeitlandschaft für Einheimische und Touristen umgestaltet. Rathaus, Langhaus und Busbahnhof erstrahlen in Glanz.

Viele Projekte tragen die Handschrift Nagels und auch die Finanzen der Marktgemeinde, die trotz hoher Investitionen zurzeit auf Rosen gebettet sind. Lothar Nagel zog ein positives Fazit seiner Arbeit. Das Amt des Bürgermeisters sei die schönste und wertvollste Position in unserer Gesellschaft. „Es war für mich eine Bereicherung im menschlichen Miteinander.“

Einen großen Anteil an der positiven Stimmung in der Gemeinde tragen auch Franziskus Büll und Roland Höfer. Beide waren 30 Jahre im Gemeinderat und traten bei den Wahlen nicht mehr an. Kontrovers hätten beide oft diskutiert und dennoch stets einen gemeinsamen Nenner gefunden, erinnerte Schmitt. Streitgespräche zwischen den beiden „Institutionen“ hätten in den Nachsitzungen zur Erheiterung beigetragen. Büll habe die „Vaterrolle“ innegehabt, für den Juristen Höfer seien stets Fairness und Gleichbehandlung oberste Prämisse gewesen. Höfer war zwölf Jahre stellvertretender Bürgermeister. Als Vertreter der Jugend war Armin Weckert 18 Jahre im Gemeinderat. Wolfgang Etzel brachte es auf sechs Jahre, Bruder Edmar Schäfer als Nachrücker auf 30 Monate.

Mit einem musikalischen Zapfenstreich des Bläserechos Stadtschwarzach und dem Eintrag der Verabschiedeten in das Goldene Buch der Gemeinde endete der festliche Empfang.