„Die Bürgerversammlung dient dazu, dass der Bürgermeister Sie über die Zahlen und Fakten des Ortes informiert“, sagte Obernbreits Bürgermeister Bernhard Brückner zu Beginn der Versammlung des Marktes am Freitagabend. Wohl auch deshalb kamen die Bürger in der Versammlung erst ganz am Ende zu Wort, nachdem sie viele Zahlen und einige Fakten hatten erfahren dürfen.

Gute Ernte

„Die Ernte fiel recht gut aus“, war eine dieser Fakten des Bürgermeisters. Eine andere Tatsache: „Wir haben einen 35-Frauen Überschuss“, soll heißen von den 1733 Einwohnern sind nur 849 Männer. Soweit zu den weichen Fakten. Härter trifft da schon eine weitere Zahl: Insgesamt waren für dieses Jahr 216 000 Euro an Tiefbaumaßnahmen geplant gewesen – viele davon konnten nicht umgesetzt werden. Etwa der Arkadengang am Friedhof, die Erneuerung der Brücke an der Pröschelswiese, der Parkplatz bei Elektro-Löther oder die Fortsetzung des Fußwegekonzepts. Woran es lag: Am Boom in der Baubranche, so Brückner, Ingenieure und Baufirmen sind ausgebucht. Wie viel von dem Geld nicht umgesetzt werden konnte, blieb aber offen.

Sanierungsfall Gartenstraße

„Der Markt Obernbreit hat viele offenen Baustellen“, so der Bürgermeister und in Zukunft stehen noch einige weitere Baumaßnahmen an. Da ist etwa die dringend sanierungsbedürftige Gartenstraße. Sobald die Detailplanung vorliegt, wird sie den Betroffenen vorgestellt, die dann auch noch ihre Vorschläge dazu machen können. Sanierungsbedürftig ist auch die Obere Anlage, hier steht die Planung noch aus. Und weiter gehen soll es auch mit der Umsetzung des Fußwegekonzepts, hier laufen noch Zuschussverhandlungen.

Metzgerei gekauft

„Die Gemeinde hat die ehemalige Metzgerei in der Breitbachstraße 1 gekauft – mehr kann und will ich dazu nicht sagen“, so Brückner – um dann doch noch nachzulegen. Zum einen könnte die Fußgängersituation an der Engstelle in der Einfahrt zur Breitbachstraße entschärft werden. Und es gibt auch Gedanken an ein Dorfgemeinschaftshaus.

Schnelles Internet holpert

Verzögerungen gibt es wohl auch beim Breitbandausbau - 30 bis 50 Mbit schnell sollten die Daten bis Ende des Jahres in die Haushalte fließen. Auch wenn die Baustellen dafür im Ort derzeit nicht zu übersehen sind – es wird wohl Frühjahr werden bis schnell gesurft werden kann.

Und dann gibt es auch noch die lange ersehnte Lärmschutzwand der Bahn. Die wird nun wohl anstelle der geplanten 870 Meter 1030 Meter lang und soll bis 2019 erstellt werden. Schön, aber nicht schön genug – bis zum Taleinschnitt hätten sich die Obernbreiter den Lärmschutz dann schon gewünscht.

Tauben und Reifentöter

Und was bewegt die Bürger? Da ist einmal die Taubenplage vom Rathausdach ausgehend und wohl kaum zu lösen. Da ist die gut gelungene Sanierung des Friedhofsparkplatzes – wobei sich eine der Randkanten aber als „Reifentöter“ erweisen wird – das kann gelöst werden. Der Fußweg vom Bollenberg in die freie Natur ist nach den Arbeiten zum Breitbandausbau in schlechten Zustand: „Wir werden daran arbeiten“, so der Bürgermeister, der dann auch zugab, dass der Kauf des Geschwindigkeitsanzeigegeräts kein guter war. Denn es zeichnet keine gefahrenen Geschwindigkeiten auf, zeigt sie nur an.

ILEK weiter offen

Und dann gab es auch noch eine Frage nach der Interkommunalen Allianz ILEK südliches Maindreieck. Wie es dort weiter geht, ist offen. Bis Mitte kommenden Jahres haben die Gemeinden Zeit, neue Projekte zu entwickeln, dann wird entschieden, ob die Förderung um weitere vier Jahre verlängert wird.