Vor einer Herkulesaufgabe steht der Sulzfelder Gemeinderat mit der Sanierung einiger Abschnitte des Abwasserkanalsystems und Wasserleitungen, die vor über zehn Jahren in einem Masterplan zusammengefasst wurden. Da akuter Handlungsbedarf in der Sparkassen-Schulstraße besteht, kam der Kanalsystem-Masterplan wieder in die Diskussion. Planer Peter Leimeister vom Würzburger Ingenieurbüro Köhl warf in der Ratssitzung viele Fragen auf. Denn auf den ersten Blick geht es um den Vollausbau der Sparkassen-Schulstraße, doch auf den zweiten Blick spielen viele anderen Faktoren mit. Zwänge sowie Erforderlichkeiten sind zu berücksichtigen und bedingen sich teilweise gegenseitig.

Zu schwach dimensioniert

Die Wasserleitung ist schon geraume Zeit in der Sulzfelder Sparkassen-Schulstraße sanierungsbedürftig und zu schwach dimensioniert, auch der Straßenbelag muss erneuert werden, und das Kanalsystem weist Schäden auf. Deswegen kommt die Gemeinde nicht um einen Vollausbau der Straße Richtung Schule und Sportgelände herum.

Dann wird mit einer größer dimensionierten 150er-Wasserleitung auch das Defizit behoben, dass am Ende der Straße im Bereich der Schule nicht das gemäß Vorschrift ausreichende Löschwasservolumen vorhanden ist. Der Experte nannte den Betrag von zwei Millionen Euro als finanzielle Hausnummer für den Vollausbau der Straße inklusiv einem Teilstück in der Segnitzer Straße.

Peter Leimeister erläuterte in der Ratssitzung den Ist-Zustand in dem 300 Meter langen Abschnitt in der Sparkassen-Schulstraße und weiteren 120 Meter in der angrenzenden Segnitzer Straße. Ein grundsätzliches Problem dabei ist, dass die Erdgasleitung einst direkt über dem Kanals verlegt wurde. Beim Ausbau gab er zu bedenken, dass Hochbordsteine zu den Gehwegen Schulkindern mehr Sicherheit bieten, aber gleichzeitig der Barrierefreiheit widersprechen.

Frage nach Bushaltestelle

Keine Klarheit gab es am Ratstisch auch über die Frage, ob und wie künftig eine Bushaltestelle aussehen soll. Der Fachmann stellte mehrere Sanierungsvarianten vor, skizzierte die hydraulischen Problemstellungen und stellte Für und Wider gegeneinander. Ehemalige und aktuelle Kanalbefahrungen würden viele Schadstellen belegen, weshalb Peter Leimeister einen komplett neuen Kanalbau für den die Sparkassen-Schulstraße empfahl.

Dabei solle die Gemeinde die Bürger informieren, dass zu jedem Grundstücksanschluss ein Kontrollschacht vorhanden sein muss, was die Abwassersatzung vorschreibe. Der Fachmann machte deutlich, dass die Aufgabenstellung in dem Siedlungsgebiet recht komplex sei. Auch der Kanal in der Matthias-Schiestl-Straße sei höher zu dimensionieren. Jetzt gehe es um die Sparkassen-Schulstraße, aber es gelte, konzeptionell in die Zukunft zu denken. Peter Leimeister riet dem Gremium, den Masterplan Kanal zu überdenken und die Richtung festzulegen. Der Experte hatte schon in Regierung von Unterfranken vorgesprochen und wollte der Ratsrunde keine allzu große Hoffnung auf nennenswerte Zuschüsse machen.

"Sie haben einige Hausaufgaben vor sich müssen sich auf einen Weg verständigen", legte Leimeister den Ratsmitgliedern ans Herz. Bürgermeister Matthias Dusel merkte an, "dass die Sparkassen-Schulstraße nicht die einzige Straße ist, die wir in Sulzfeld haben", womit er auf die Dimension der Aufgabe Abwassersystem abzielte.