Von einem Investitionsstau kann man in Rödelsee wahrlich nicht sprechen. Doch die Baugebietserschließung, die Kindergartenerweiterung und der Bauhof verschlingen viel Geld. Bei manchen Projekten, wie beim Schloss Crailsheim, kann deswegen nur das Notwendige gemacht werden.

Der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Iphofen, Günther Schell, stellte dem Haupt- und Finanzausschuss des Gemeinderats die wichtigsten Zahlen des Haushaltes vor. Dieser gab dann eine Empfehlung an den Gemeindeart ab, dem Haushalt zuzustimmen.

Schell rechnet in diesem Jahr mit 900.000 Euro an Gewerbesteuern. Rund 1,2 Millionen Euro sollen über die Einkommenssteuer hereinkommen. 507.800 Euro erwartet die Gemeinde an Schlüsselzuweisungen. 126.500 Euro gibt es als Investitionspauschale vom Freistaat.

An Kreisumlage muss Rödelsee 843.000 Euro bezahlen. Die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft Iphofen beträgt 323.700 Euro.

Bis 2024 ist kein Kredit vorgesehen

Eine Kreditaufnahme ist in den Jahren 2022 bis 2024 laut Schell nicht vorgesehen. 2025 könnte sich unter den gegebenen Finanzplanungsansätzen ein Kreditbedarf ergeben. Allerdings könnten andere Projekte dann verschoben oder auf mehrere Jahre gestreckt werden.

Schell ging auf die einzelnen Haushaltsposten ein und hob die wichtigsten Investitionen im Vermögenshaushalt hervor. 100.000 Euro stehen zum Beispiel für die Gestaltung der Außenanlagen auf dem jüdischen Friedhof in Rödelsee im Haushalt. Für die Erweiterung des Kindergartens sind noch 850.000 Euro vorgesehen.

Auf der Einnahmenseite plant die Gemeinde für den Verkauf von Bauplätzen noch 314.000 Euro im Baugebiet "Schlossgrund" ein, für den Verkauf von Bauplätzen im neuen Baugebiet "Am Schwanberg" plant man 5,5 Millionen Euro ein. In das Baugebiet "Am Schwanberg" fließt aber auch viel Geld, 750.000 Euro zum Beispiel für die Tiefbaumaßnahmen. Für die neue Tankstelle am Bauhof sind 130.000 Euro geplant.

Alles richtig gemacht mit den angestoßenen Projekten

Die Jahre mit den großen Investitionen bezeichnete Bürgermeister Burkhard Klein als sehr fordernd. Viel Luft bleibe nicht, stimmte er mit Gemeinderat Hermann Eickhoff überein. Aber: "Wir sind gut aufgestellt in schwierigen Zeiten", sagte Klein.

Mit den angestoßenen Projekten habe man alles richtig gemacht, bescheinigte Eickhoff. Hier gebe es auch keinen Investitionsstau. Die Alternative wäre gewesen, nichts zu machen, meinte Klein. Wichtig sei, Themen anzupacken, manchmal bedürfe es auch etwas Fortune.

Gemeinderat Otto Lindner sagte, dass man beim Schloss Crailsheim, dessen Besitzer nun die Gemeinde ist, weiterhin vorerst nur das Notwendigste machen sollte. Damit sei aber schon etwas geschaffen worden, ergänzte Eickhoff, der das Zahlenwerk des neuen Haushalts als "absolut solide" bezeichnete.