Lohnt sich das Elektro-Auto für das Landratsamt noch? Diese Frage tauchte bei den Haushaltsberatungen des Umwelt-, Verkehrs- und ÖPNV-Ausschusses auf. Hintergrund: Im Jahr 2010 hatte sich der Kreis entschieden, in einer Art Modellversuch neben drei herkömmlichen Dienstfahrzeugen auch ein E-Mobil zu leasen.

Die Bilanz fällt laut Landrätin Tamara Bischof äußerst durchwachsen aus. Es habe „erhebliche Schwierigkeiten“ gegeben. Neben dem Problem mit der Reichweite – das Auto wird überwiegend im Stadtverkehr verwendet – hätten vor allem diverse Ausfälle immer wieder für Unmut gesorgt.

Jetzt sollen für das Auto noch einmal 100 Euro pro Monat mehr gezahlt werden – was die Verwaltung so langsam am Sinn der Aktion zweifeln lässt. Aktuell – noch ohne Erhöhung – ist es so, dass die herkömmlichen Dienstwagen 32 Cent pro Kilometer kosten. Das E-Mobil, so hat es Kreiskämmerer Bernd Artus errechnet, schlägt mit 1,28 Euro pro Kilometer zu Buche und ist also gleich viermal so teuer.

Sollte die monatliche Erhöhung von 100 Euro kommen, so der Tenor im Ausschuss, werde man darüber nachdenken, den automobilen Feldversuch womöglich zu beenden.

Ein weiteres Thema bei der Ausschusssitzung war der Straßenbau. Der Landkreis unterhält ein 260 Kilometer langes Straßennetz – und kommt nun schon seit Jahren kaum noch hinterher. Für „Flickarbeiten“ stehen 150 000 Euro bereit, für neue Straßenbeläge – das so genannte Deckenbauprogramm – 300 000 Euro und für einen grundlegenden Straßenausbau 1,5 Millionen Euro.

Gerade diese anderthalb Millionen Euro sind jetzt ins Visier der Kreisräte geraten. Die Zahl hat sich seit weit über 20 Jahren nicht verändert, dafür staut sich die Zahl der Straßen, die gemacht werden müssten. Nach 2016, so die Berechnung der Verwaltung, stehen Projekte an, die um die 16 Millionen Euro kosten. Weshalb die Rufe lauter werden, künftig mehr Geld zur Verfügung zu stellen. An der Spitze der Rufer: Iphofens Bürgermeister Josef Mend, der den Etat gerne auf drei Millionen Euro erhöhen würde.

Nachdem die Vorplanung bei Straßenausbau etwa eineinhalb Jahre dauert, könnte es die geplante Erhöhung erstmals im Jahr 2014 geben. Vor einer Entscheidung bei den Haushalsberatungen im kommenden Jahr will der Ausschuss im Sommer erst einmal auf Rundreise gehen, um sich ein Bild vom Zustand der Kreisstraßen zu machen.