Der neue Kitzinger Weihnachtsmarkt mit vier Wochen Feiern bei Essen, Trinken und kleineren Veranstaltungen auf dem Marktplatz und einem „richtigen Weihnachtsmarkt“ am dritten Adventswochenende ist der richtige Weg. Das haben die durchweg positiven Reaktionen gezeigt, die bei Claudia Biebl eingegangen sind.

Die ist geschäftsführender Vorstand des Stadtmarketingvereins und hat sich als Veranstalter zum Abschluss noch etwas einfallen lassen: Die sinnvolle Zweitnutzung der Dekoration. Die Bäume gehen kostenlos an die Kitzinger Tafel und andere Bedürftige in der Stadt.

„Die Bäumchen sind einfach zu schade zum Wegwerfen“, sagte sie am Donnerstag im Innenhof der ehemaligen Bürgerbräu. Die Ex- Brauerei und ihre Keller zwischen der Herrnstraße und der Oberen Kirchgasse waren in diesem Jahr in den Weihnachtsmarkt einbezogen. „Das hat für viel Atmosphäre gesorgt“, sagte Biebl.

„Ich habe schon zwölf Vorbestellungen.“
Manfred Seigner Vorsitzender der Tafel

Die Brauerei könnte sich neben der größten Adventskerze Bayerns dazu entwickeln, den Kitzinger Markt unverwechselbar werden zu lassen, ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sozusagen.

Um das in richtige Stimmung zu versetzen, waren viele Weihnachtsbäume gefragt. Dass der Stadtmarketingverein dabei auch auf Nachhaltigkeit setzt, zeigt die Zusammenarbeit mit Iphofen. Die Stadt am Steigerwaldrand feierte am zweiten Adventswochenende ihren Weihnachtsmarkt und hat danach die dazu benötigen Bäume nach Kitzingen weitergeschickt. „Eine Aktion, die ich mir durchaus landkreisweit vorstellen könnte“, sagte die Geschäftsführerin.

Für sie ist das zum zweiten Mal umgesetzte Konzept des neuen Kitzinger Weihnachtsmarktes aufgegangen. Das Angebot, sich vier Wochen gemütlich treffen zu können und den eigentlichen Markt auf ein Wochenende zu konzentrieren, passt. Das hätten die Reaktionen der Gäste, aber auch der Geschäftsleute und vor allem der Standbetreiber gezeigt. „Kitzingen ist auf dem Weg, für interessante Händler wieder attraktiv zu werden“, sagte Biebl.

Die räumt allerdings auch ein, dass der Verein mit seinen wenigen Teilzeitkräften und ehrenamtlichen Helfern bei der Organisation und Durchführung langsam an die Grenzen gerät. Hier gebe es durchaus Handlungsbedarf. Das Thema müsse auch im Stadtrat diskutiert werden und auch dafür könnte der gelungene Markt 2014 eine gute Basis sein.

Davor aber steht die sinnvolle Zweitnutzung. Dazu war Manfred Seigner in die Bürgerbräu gekommen. „Ich habe schon zwölf Vorbestellungen“, sagte der Vorsitzender der Kitzinger Tafel. „Von Leuten, die nicht raus können und denen ich die Bäume liefern werde.“

Die anderen werden sich ihre Bäumchen bei der Ausgabe der Lebensmittel am Samstag im Bauhof aussuchen können. Bis dahin hat Seigner mit seiner Mannschaft den Rest der Dekoration des Weihnachtsmarkts in die Äußere Sulzfelder Straße verfrachtet. Gut möglich, dass auch noch was für die Bürger im Notwohngebiet übrig bleibt.