Der ruhende Verkehr in Prichsenstadt wird nicht von der Stadt selbst, sondern von Mitarbeitern eines Zweckverbandes überwacht. Unter der Federführung von Dettelbach haben neben Prichsenstadt auch Gerolzhofen, Marktbreit und Volkach eine "Zweckvereinbarung kommunaler Verkehrsüberwachung" gebildet, und der möchte Schwarzach beitreten. Deshalb muss jedes Ratsgremium der genannten Orte die Zweckvereinbarung neu beschließen, was auch Thema der jüngsten Prichsenstädter Ratssitzung war. Mit 16:1 stimmte das Gremium dieser neuen Vereinbarung zu.

Das benötigte Personal zur Verkehrsüberwachung wird von der Stadt Dettelbach gestellt, und Prichsenstadt gehört mit seiner "Buchungszeit" von vier Stunden pro Woche eher zu den Kommunen, die am Wenigsten davon Gebrauch machen. Und obwohl es in der Ratssitzung nur darum ging, Schwarzach mit aufzunehmen, wäre beinahe eine Grundsatzdebatte über das Für und Wider der Zugehörigkeit Prichsenstadts entbrannt. So war etwa von einer Halbierung der Einsatzzeit auf zwei Stunden pro Woche die Rede oder über die räumliche Eingrenzung rein auf den Bereich der historischen Altstadt von Prichsenstadt. Das alles, holte Schlehr seine Räte immer wieder in den Inhalt des Tagesordnungspunktes zurück, sei nicht Gegenstand der Debatte. "Hier geht es nur darum, die Gemeinde Schwarzach aufzunehmen. Über alles andere können und sollten wir zu einem anderen Zeitpunkt sprechen", so sein Tenor.

Die Zweckvereinbarung wird jeweils für ein Jahr abgeschlossen, wenn sie nicht drei Monate vor Ablauf gekündigt wird. Die neue Vereinbarung gilt zunächst bis 31. Dezember 2021, und wenn die Stadt aussteigen will, müsste sie spätestens Ende September 2021 ihre Kündigung einreichen.