Ziemlich chaotisch geht es derzeit auf den Hauptstraßen in Rüdenhausen zu. Der Grund ist die komplette Sperrung der Staatsstraße nach Wiesentheid, weil dort – bei der einstigen Kreuzung zur Autobahn – ein Kreisverkehr entsteht. Bis Ende Juli sollen die Bauarbeiten fertig sein, heißt es. Wer nach Wiesentheid will oder auf die Autobahn, muss den Umleitungsschildern folgen.

Nun zwängen sich nahezu alle Fahrzeuge durch das Nadelöhr am Rathaus in der Rüdenhäuser Ortsmitte. Das Abbiegen ist dort gerade für Schwerlaster mit Anhänger schwierig und führt oft zu kurzen Staus, weil rangiert werden muss.

„Das ist ärgerlich, aber wir können nicht mehr tun.“
Thomas Endres Straßenbauamt

Gefährlich ist vor allem die Passage von Abtswind her, wo die B 286 über die neue Umgehung in den Ortskern geleitet wird. Hier brettern die Fahrzeuge auf der leicht abschüssigen Strecke teils mit viel zu hoher Geschwindigkeit rein. Quietschende Reifen bleiben oft nicht aus, weil die Jahnstraße um den Kirchplatz herum gerade so breit ist, dass zwei Laster im Begegnungsverkehr aneinander vorbei kommen.

Die Lkw-Belastung derzeit im Ortskern sei doppelt so hoch wie sonst, schätzt der zweite Bürgermeister Karl-Heinz Rebitzer. „Das ist heftig, ziemlich heftig. Im Moment sehe ich spontan aber keine Möglichkeit, wie man es entschärfen könnte“, sagt er zur Verkehrssituation.

Hinzu gesellt sich der Krach durch die Autos und Laster, der ab morgens um drei Uhr in der Jahnstraße beginne, hat Bürgermeister Gerhard Ackermann beobachtet. Er wohnt exakt dort. Die Straße führt nicht nur zum Kindergarten, an ihr liegen auch manche Geschäfte wie eine Bäckerei-Filiale. Parken davor und im gesamten Straßenzug ist momentan natürlich wegen des Verkehrs verboten. Es hält nur der Schulbus morgens und mittags zum Ein- und Aussteigen der Kinder – eine weitere Gefahrenstelle.

Ein anderes Problem lässt sich beobachten, wenn man für einige Minuten bei der Tankstelle von Pächter Axel Engel am Ortstrand von Rüdenhausen wartet. Immer wieder kommen Fahrzeuge aus dem Ort und ignorieren die Absperrung, um zur Autobahnauffahrt zu fahren. Das ist derzeit nicht möglich, also müssen auch die Lkw mit Hänger umdrehen.

Viele tun das an und in der Tankstelle, was nicht nur wegen des begrenzten Platzes äußerst schwierig ist. Pächter Engel kann bereits deutliche Schäden zeigen, die die Fahrzeuge bei ihm nicht nur im Asphalt hinterlassen haben. Durch die Sperrung wird seine Tankstelle derzeit weniger frequentiert, rund 40 Prozent Einbußen habe er.

Was Engel mehr stört: Im Vorfeld sei er nicht richtig von Gemeinde und Amt informiert worden. Zudem, so klagt er, könne er einiges nicht verstehen, was die Arbeiten an der Umgehung betrifft. Warum werde zum Bau des Kreisels die Staatsstraße nicht nur halbseitig gesperrt und der Verkehr mit einer Ampel geregelt? Warum hat man nicht erst das Teilstück der Umgehung von der Abtswinder zur Casteller Straße fertig gestellt?

Fragen über Fragen, die nicht nur er sich stellt. Beim Straßenbauamt in Würzburg ist die Situation in Rüdenhausen bekannt, bestätigt Thomas Endres. „Das ist ärgerlich, aber wir können nicht mehr tun.“ In Rüdenhausen sei die entsprechende Beschilderung vorhanden, wenn trotzdem jemand falsch fahre, könne man wenig machen, sagt Endres.

Erst kürzlich hat das Amt weitere Tempo-30-Schilder für den Ortskern aufstellen lassen. Ein Kreisel-Bau mit einer Ampel hätte eben länger gedauert, deswegen habe man sich zu einer Vollsperrung entschlossen. Einige Wochen vor der Sperrung wurden die Gemeinden zur Besprechung der Situation eingeladen, auch die Öffentlichkeit habe man im Vorfeld informiert.

Der Gemeinde sind die Hände gebunden, guter Rat ist teuer. Die Bauzeit bis Ende Juli müsse man eben durchstehen „und hoffen, dass nichts größeres passiert“, meinte zweiter Bürgermeister Rebitzer. In einigen Monaten soll dann die gesamte Umgehung fertig sein.