Kitzingen Kein Kitzinger Frühling, kein Stadtfest, keine Etwashäuser Kirchweih. Seit zwei Jahren gab es keinen Anlass mehr für einen verkaufsoffenen Sonntag in Kitzingen. An diesem Wochenende ist es wieder so weit. Der Stadtmarketingverein lädt zum Martini-Markt. Vorsitzender Frank Gimperlein spricht im Interview über die Freude der Händler und die Verantwortung der Veranstalter.

Frage: Das Stadtfest musste im Sommer bei einer Inzidenz von unter 50 abgesagt werden. Jetzt sind die Werte fünfmal so hoch. Wieso findet der Martini-Markt trotzdem statt?

Gimperlein: Die Situation ist tatsächlich ein wenig skurril. Wir haben lange überlegt, ob wir die Veranstaltung tatsächlich durchziehen. Die aktuellen Verordnungen erlauben Veranstaltungen im Freien. Die Einzelhändler freuen sich. Sie brauchen wieder mal einen verkaufsstarken Sonntag.

Keine Bedenken?

Gimperlein: Doch, natürlich. Das Letzte, was ich wollte ist, dass der Martini-Markt in Kitzingen zu einem zusätzlichen Corona-Treiber wird. Deshalb der deutliche Appell an alle Besucher: Halten Sie Abstand! Und wenn das nicht möglich ist, tragen Sie auch draußen Maske. Wir müssen uns, gerade jetzt, solidarisch zeigen.

Was wird am Sonntag geboten?

Gimperlein: Auf dem Platz der Partnerstädte wird von 13 bis 18 Uhr ein Kinderkarussell aufgebaut sein. Es gibt Crepes, Glühwein, gebrannte Mandeln sowie Stände mit Keramik, Tee und Kräutern, Handwerk, Fruchtaufstriche, Upcycling-Kleidung und vieles mehr.

Und am Marktplatz?

Gimperlein: Da spielt Donny Vox von 13 bis 17 Uhr. Die Gastronomen und die Einzelhändler werden alle öffnen.

Welche Regeln gelten in den Geschäften?

Gimperlein: Es gibt nur eine FFP2-Maskenpflicht.

Mit wie vielen Gästen rechnen Sie?

Gimperlein: Schwer zu sagen. Ich denke schon, dass sich die Menschen wieder mal auf einen abwechslungsreichen Einkaufsbummel am Sonntagnachmittag freuen. Zumal es die letzte Gelegenheit sein wird, die Unicef-Ausstellung in den Schaufenstern zu betrachten.

Wenn jetzt der Martini-Markt stattfindet, dürfte auch dem Weihnachtsmarkt nichts im Wege stehen.

Gimperlein: Das kann ich heute noch nicht sagen. Die Pläne liegen in der Schublade, aber ich gehe stark davon aus, dass die aktuell geltende Verordnung vom 13. Oktober noch einmal angepasst wird. Im Moment hängen alle Veranstalter von Weihnachtsmärkten in der Luft. Wir brauchen dringend eindeutige Vorgaben der Staatsregierung.