Die 20. Prunksitzung des SV Stadtschwarzach Abend markierte den Höhepunkt des Faschingstreibens im Schwarzacher Becken.

Rund 100 Akteure, zumeist aus der Marktgemeinde, brachten die ausverkaufte Schwarzachhalle volle fünf Stunden lang zum Kochen. Die meisten der Gags kamen diesmal jedoch nicht aus dem Lokalkolorit, was wohl auch der nahen Kommunalwahl geschuldet war.

Dennoch bot der fünfstündige Abend einige Überraschungen. Nach der Pause wurde der Elferrat zunächst vergeblich gesucht – nicht mal in der Bar war er zu finden. Erst als die närrischen Anführer rund um Präsident Roland Höfer schließlich „in zivil“ ohne Narrenkappe mitten im Saal gefunden wurden, klärte sich das Rätsel auf: Höfer hatte bereits zu Beginn der Sitzung verkündet, dass er seit Januar Ruheständler sei, und das gelte nun eben auch für den Job des Sitzungspräsidenten.

Roland Höfer hatte die Prunksitzung 1982 zusammen mit Heinrich Schmalz und Bruno Feser aus der Taufe gehoben. Seitdem fand sie 20 Mal statt, seit 1988 im zweijährigen Rhythmus. Dass Höfer als „letztes Fossil“ noch lange nicht Reif fürs Museum ist, bewies er mit einer krachenden Abschiedsbüttenrede, bei der so mancher Landes- oder Bundespolitiker sein Fett weg bekam.

Show unter neuer Regie

Im zweiten Teil der Prunksitzung blieben also die Ratsstühle leer und die Jugend übernahm das Zepter. Linda Döring, Daniela Troll und Florian Hein führten durch den restlichen Abend. Dabei schlüpften sie als Winnetouch-Indianer oder Traumschiff Surprise Crew in die verschiedensten Rollen. So war die Veranstaltung nun auch mehr als Show angelegt, viele fetzige Einlagen der SV-Stadtschwarzach-Tanzgruppen Panters und Wildcats, des Chors MainXang oder extra gebildeter Ensembles bildeten den Rahmen für kurze Soloauftritte. Eine musikalische Zeitreise führe von den 60er in die 90er Jahre.

Dass mancher Gag anders laufen kann als geplant, erfuhr Kabarettprofi Stefan Eichner (Das Eich): ausgerechnet seinen Abschluss-Sketch hatte kurz davor schon Kollege Otmar Schraud (Bauer Egon) gebracht und der Saal grölte deshalb zu Eichs Erstaunen bereits nach den ersten drei Sätzen.

Die Newcomer-Entdeckung des Abends waren drei jugendliche Schwarzacher Nachwuchstalente: Theresa Lorey, Anna Stöhr und Laura Wenner erzählten in Versform frisch und spritzig, wie ihre, Dank sturmfreier Bude, organisierte Hausparty völlig aus dem Ruder lief. Sogar im Fasching steht manchmal das richtige Leben Pate!

Es wirkten mit:

Weitere Mitwirkende waren: die Tanzgruppen des SV Stadtschwarzach (Tanzmäuse, Panters, Wildcats), Alte Herren des SVS, Chor MainXang, Regine Fröhling, Zauberer Joe Walthera und Pafema (Kürnach), Rochus Hammer (Günthersleben), Caroline Gambichler und Carina Lohmann (Karnevalsclub CCK Kirchschönbach) sowie die Tanzgruppe Mainbernheim.