Im Sitzungssaal des Landratsamtes überreichte Landrätin Tamara Bischof Auszeichnungen an Landkreisbürger, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht hatten und von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder ausgezeichnet wurden.

Sie spreche ihr den höchsten Respekt für die jahrzehntelange Pflege ihres Ehemannes aus, wandte sich Bischof an Elvira Sauer aus Dettelbach. Nach einem Schlaganfall 1991 wurde der Ehemann zum Pflegefall und war seit 2001 an den Rollstuhl gebunden. Bis zu seinem Tod verzichtete Elvira Sauer auf Urlaub und eigene Freizeitgestaltung, ohne jemals die Hilfe Dritter dafür in Anspruch zu nehmen. Bürgermeister Matthias Bielek hob hervor, niemand könne ermessen, was Pflege über einen solch langen Zeitraum bedeute, um einen geliebten Menschen zuhause betreuen zu können und nicht ins Heim abzugeben.

Bereits 1991 begann Sieglinde Schraut aus Kitzingen ihre ehrenamtliche Mitarbeit im Arbeitskreis Asyl des Caritasverbandes mit persönlicher Betreuung einzelner Flüchtlinge in Form von Hausbesuchen und Begleitung zu Ärzten und Behörden. Sie organisierte Veranstaltungen und half bei der Aufklärung über die Flüchtlingssituation. Zusammen mit anderen Ehrenamtlichen baute sie eine Flüchtlingsberatung auf und sorgte für Deutschkurse, zuerst in Kleinlangheim, dann auch in Kitzingen.

Kennenlernen verschiedener Religionen

Als 2015 der Corlette Circle eröffnet wurde übernahm sie die Koordination der Ehrenamtlichen, kümmerte sich um Erstausstattungspakete für Neugeborene und organisierte Begleitungen. Daneben ist sie in weiteren Arbeitsgruppen wie Runder Tisch Asyl und Runder Tisch Integration tätig. Als Integrationsbeauftragte des katholischen Dekanats organisiert sie seit Jahren die interreligiöse Shuttle-Tour und trägt zum Kennenlernen der verschiedenen Religionen bei.

Bürgermeisterin Astrid Glos zollte ihr höchsten Respekt, denn die Arbeit Ehrenamtlicher sei unbezahlbar, vor allem in einem Krisenjahr wie 2020. Sie bezeichnete den aufopferungsvollen Einsatz Schrauts als wahres Goldstück für die Gesellschaft. Vor ihrer Leistung könne man nur den Hut ziehen.

Beiden Frauen überreichte Landrätin Bischof die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland, die der Bundespräsident in Anerkennung ihrer hervorragenden Leistungen verliehen hatte.

Zwei Ehrenzeichen gehen nach Schwarzach

Das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten übergab Bischof an zwei Schwarzacher Bürger. Leopoldine Lucas war 16 Jahre Mitglied im Pfarrgemeinderat, 25 Jahre Lektorin und leitet seit 1992 den Seniorenkreis. Mit dem Ruhestand setzte sie sich verstärkt für Senioren ein, um sie vor Einsamkeit zu bewahren, ihnen Gelegenheit zum Austausch zu geben und ein geselliges Miteinander zu bieten. Dazu organisiert sie regelmäßige Treffen, Ausflüge, Bildungsvorträge zu Themen wie Geschichte, Kultur und Religion sowie Seniorennachmittage für ältere Menschen.

Ludwig Lukacz sitzt seit 1993 im Sportbeirat von Markt Schwarzach. In der Spielvereinigung Münsterschwarzach-Gerlachshausen ist er seither Vorstandsmitglied, zumeist als Vorsitzender. Selbst seit 1971 im Verein kümmert er sich neben den zuständigen Aufgaben um Feste und Heimspiele, die Sportheimvermietung, ist Sportheimwirt, zuständig für die Ferienpassaktion und Preisschafkopf. Bei allen anfallenden Arbeiten ist er die helfende Hand, wo immer Not am Mann ist. Es gelang ihm Jugendfußballmannschaften aus den drei Vereinen Schwarzachs zusammenzustellen. Seit 2016 gehören alle örtlichen Vereine dem Sportclub Schwarzach an.    

Schwarzachs Bürgermeister Volker Schmitt erklärte, alle Geehrten befänden sich im Rentenalter und hätten längst aufhören können. Sie machten aber weiter und seien damit Vorbilder, den Blick selbst immer nach vorne gerichtet. Landrätin Bischof überreichte neben den Auszeichnungen Blumen und Bocksbeutel im Namen des Landkreises.