Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an den Vorsitzenden des Luftsportclub Kitzingen (LSC) Herbert Sattler. In einer Feierstunde überreichte Landrätin Tamara Bischof im Landratsamt die hohe Auszeichnung.

Sattler war 1973 in den 1919 gegründeten LSC als einen der ältesten Luftsportvereine in Deutschland eingetreten und seither in verschiedenen Funktionen tätig. Seit 2004 trägt er als Vorsitzender die Verantwortung und damit in einer für den Club nicht einfachen Zeit. Als die Amerikaner 2006 Kitzingen verließen gelang es Sattler, den Verein zusammenzuhalten, obwohl die weitere Nutzung des Kitzinger Flugplatzes für fliegerische Zwecke lange Zeit offen war. Zum Fliegen musste der Verein auf den Flugplatz Giebelstadt ausweichen.

Fliegerische Leidenschaft stellte er zugunsten des LSC hinten an

Nach elf Jahren Durststrecke gelang es ihm nach langen und zähen Verhandlungen den Flugplatz Kitzingen als Sonderlandeplatz durchzusetzen und 2017 einzuweihen. In dieser Zeit mit großem Opfer an Freizeit, so die Landrätin, hätte der LSC auch zerbrechen können.

Sattler musste sehr viel mehr tun als er als Vorsitzender hätte tun müssen. Seine eigene fliegerische Leidenschaft stellte er zugunsten des LSC hinten an und wusste dabei Ehefrau Theresa immer an seiner Seite. Zudem wurde der Flugzeugpark mit der Anschaffung einer umweltfreundlichen Elektrostartwinde und einem doppelsitzigen, kunstflugtauglichen Segelflugzeug modernisiert.

Das Landratsamt hat die Bemühungen Sattlers um den Erhalt des Flugplatzes und für die Anschaffung der neuen Technik mit der Vermittlung von Leader-Fördermitteln unterstützt. Um etwas Einmaliges zu beschaffen flossen 140 000 Euro. Dass der fliegerische Nachwuchs gefördert werden kann und Fliegen in Kitzingen weiterhin möglich ist, sei der Hartnäckigkeit des Vorsitzenden Sattler zu verdanken, der einfach nicht locker ließ, betonte Bischof.

Verein hat an internationaler Bedeutung gewonnen

Volkachs zweiter Bürgermeister Udo Gebert fand Sattlers Leistung "total Klasse", vor allem wegen der Bedeutung auch für den Landkreis. Die Initiative für die Auszeichnung ging von Utta und Bertram Poch aus. Utta Poch sprach von unglaublicher Eloquenz, mit der Sattler gehandelt habe. Obwohl Verhandlungen nie einfach zu führen waren, habe er nicht aufgegeben, auch als zeitweilig eine Fusion mit Giebelstadt diskutiert wurde.

Inzwischen haben sich Flugplatz und Verein besser entwickelt als erwartet und auch an internationaler Bedeutung gewonnen, so Sattlers Bilanz.