Beim VdK-Kreisverbandstag wählten 45 Delegierten der Ortsverbände einen neuen Vorstand .

Im Rechenschaftsbericht beklagte Vorsitzender Hartmut Stiller das Fehlen Ehrenamtlicher in vielen Ortsverbänden, die sich in Vorstandsämter wählen lassen. Das bedeute Neustart oder Zusammenlegen mit einem anderen Ortsverband.

Weiter bedauerte er, dass der VdK bereits 2007 rund 2,3 Millionen Unterschriften zur Absenkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel sammelte, es aber weiter bei 19 Prozent für Medikamente bleibe. Auch die vom VdK unterstützte Rente für alle werde es nicht geben. Kürzungen seien zwar ausgeschlossen und das Rentenniveau auf 48 Prozent festgeschrieben, die zentrale Forderung zur Bundestagswahl 2021 nach 50 Prozent sei aber nicht aufgegriffen worden. 

VdK-Sozialforum im Oktober

Am 1. Oktober wird sich das 13. Kitzinger VdK-Sozialforum mit der Angehörigenpflege beschäftigen. Wenige Tage später werde das Thema Barrierefreiheit mit dem Leitsatz "Weg mit den Barrieren" erneut aufgegriffen, VdK-Präsidentin Verena Bentele habe ihr Kommen zugesagt.

Als leidiges Thema bezeichnete Stiller die Abgabenordnung in Bayern, die eine Freigrenze von lediglich 40 Euro für Zuwendungen erlaube, obwohl der Bund inzwischen 60 Euro in den Einkommensteuerrichtlinien festschrieb.

Neue Herausforderungen werden sich ergeben

Landrat Robert Finster würdigte in seiner Rede den Einsatz des VdK für Kranke und sozial Schwache als unwahrscheinlich wertvolle Arbeit. Dabei gebe es immer neue Impulse, so dass sich Menschen stets vertrauensvoll an den Verband wendeten. Die politische Zeitenwende werde Spuren in der Gesellschaft hinterlassen, aus der sich neue Herausforderungen ergeben. In kommenden Verteilungskämpfen werde der VdK zu einer wichtigen Anlaufstelle. Was im Ehrenamt möglich sei, werde sicher am Tag des Ehrenamtes und der Freiwilligenmesse am 8. Oktober in Kitzingen deutlich.

Bürgermeisterin Astrid Glos beklagte das erneute Ansteigen der Corona-Fallzahlen. Es gebe weiterhin sehr viel zu leisten, da das Virus die Kraft besitze die Gesellschaft zu spalten. Der Aktionstag zur Barrierefreiheit habe Änderungsbedarf aufgezeigt. Wer Barrieren in der Stadt entdecke, solle sie anrufen, Glos versprach schnellstmögliche Abhilfe.

VdK bringt Mehrwert in Orte und Landkreise

Bezirksgeschäftsführer Carsten Vetter würdigte die erfolgreiche Zusammenarbeit von VdK, Stadt und Landkreis. Gleichzeitig bedauerte er, dass zwischenmenschliche Beziehungen zuletzt verloren gingen, Ereignisse polarisierten und Beziehungen strapazierten. Nun würden vernachlässigte Begriffe wie Frieden, Demokratie und Freiheit wieder als wichtig empfunden. Er rief dazu auf, diese Werte zu verteidigen. Der VdK bringe als lebendiger Teil der Gesellschaft Mehrwert in Orte und Landkreise, wobei er sich selbst finanziere. Landtagsabgeordnete Barbara Becker (MdL) bezeichnete die Familie als den größten Pflegedienst in Deutschland und sie wisse aus eigener Erfahrung, was in Familien geleistet werde. Sie rief den VdK auf, beim Thema Barrierefreiheit nicht nachzulassen.

Gewählt wurden: Vorsitzender Hartmut Stiller; Stellvertreter: Helmut Schleyer, Karl Memmel, Manfred Niksch, Christa Willacker; Schriftführer Gerhard Bauer; Kasse Ingrid Jordan; Vertreterin junge Generation: Teresa Heiden; Vertreterin Frauen: Irene Ott; Besitzer: Ferdinand Ruft, Peter Haupt, Hella Schneider, Helga Renner, Ernst Hart, Doris Paul; Delegierte: Helmut Schleyer, Ingrid Jordan.