Die in Mönchsondheim Wohnenden fühlen sich von der Stadt benachteiligt. Das machten sie in der Bürgerversammlung im Landkreishof Bürgermeister Dieter Lenzer und dem Stadtrat deutlich. In einer kontrovers geführten Debatte kritisierten sie den Wegfall des letzten Dorfgasthauses, das im Frühjahr 2023 als Museumsgaststätte und Teil der neuen Museumspädagogik wieder eröffnet werden soll. Das alte Rathaus sei für Bürgertreffen nur zeitweilig nutzbar, sofern nicht ein Verein dort tage. Eine Bewirtung gebe es nicht.

Sie setzen daher auf ein versprochenes neues Feuerwehrhaus, einen Versammlungsraum und Räumlichkeiten, die den Vereinen zugesagt worden seien. Bürgermeister Lenzer bestätigte zwar Planungen, es gebe aber noch keinen geeigneten Standort. Wie Lenzer ausführte, wird derzeit ein Bedarfsplan für die Feuerwehren der Stadt erstellt, daraus könne sich durchaus der Bedarf für ein neues Feuerwehrhaus entwickeln.

Ein weiteres Thema waren die von der Dorfjugend zuletzt genutzten Container, die nach der Fertigstellung eines neuen Jugendraums beseitigt werden sollten, für die der SV Mönchsondheim nun Interesse und Neugestaltung anmeldete. Sie sollen daher zunächst stehen bleiben.

Hoher Aufwand für den Jugendraum

Für den neuen Jugendraum musste die Stadt umfassend und mit unerwartet hohem Aufwand tätig werden, Baugrund erwerben, den Flächennutzungsplan anpassen und schließlich einen Bauplan erstellen, der inzwischen genehmigt wurde. Ungeklärt ist derzeit noch, wie der Raum beheizt werden kann, auch über eine Photovoltaikanlage wird noch nachgedacht. Derzeit werden die eingeholten Angebote geprüft. Der Abbruch einer kleinen Scheune gegenüber und deren Fundament könnte eine Park- und Abstellfläche ermöglichen.

Bezüglich der Museumspädagogik geht Bürgermeister Lenzer von einer Eröffnung im Frühjahr 2023 aus. Die Kostenprognose liegt bei 4,1 Millionen Euro bei einem Anteil der Stadt von 2,5 Millionen Euro.

Des Weiteren soll der innerörtliche Verkehr schnellstmöglich entspannt werden. Tempo 30 auf einer möglichst langen Strecke, das Aufstellen von Schildern mit Hinweisen auf Fußgänger und Kinder, eine Geschwindigkeitsanzeige und die Verlegung der Bushaltestelle sollen die Verkehrsverhältnisse optimieren. Der neue Standort für die Bushaltestelle soll vor der ehemaligen Tankstelle sein, damit für alle Verkehrsbeteiligten eine bessere Sicht möglich wird.

Auf eine Bedarfsampel soll verzichtet werden

Wie die Querung der Kreisstraße zwischen der Kirchenburg und der neuen Museumspädagogik mit Gasthaus erfolgen kann, ist noch nicht abschließend geklärt, der Bürgermeister möchte eine Bedarfsampel nach Möglichkeit vermeiden. Er ist überzeugt, dass mit der Wiedereröffnung des Dorfgasthauses auch ein Weg gefunden wird, wie sich Menschen wieder zum Feierabendbier treffen können.