Die ehemaligen (Alt-)Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus den Landkreisen Würzburg und Kitzingen bilden eine starke Gemeinschaft. Befreit von der Last der Verantwortung genießen sie diese. Jüngst trafen sie sich in Seinsheim und bestätigten Ludwig Götzelmann (Waldbrunn) als ihren Vorsitzenden. Neue Stellvertreterin ist Wiesenbronns ehemalige Bürgermeisterin Doris Paul, die das Amt von Wilhelm Sturm (Hüttenheim) übernimmt.

25 Jahre besteht nun schon die Vereinigung der früheren Bürgermeister, die sich im "politischen Ruhestand" all jenen Dingen widmen, für die bislang wenig Zeit blieb. Regelmäßige Besuche von Gemeinden – je zwei in den Landkreisen Würzburg und Kitzingen im Jahr – Reisen oder Firmenbesichtigungen prägen das Gemeinschaftsleben. Und es dient der Kontaktpflege.

Initiiert hatte die Treffen einst Eisenheims ehemaliger Bürgermeister Günther Reich. Aus einem kleinen Kreis in seinem Party-Keller entstand eine große Gemeinschaft mit jetzt fast 100 Mitgliedern, nachdem sich auch frühere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Landkreis Kitzingen angeschlossen hatten.

Ein "Exot" ist Mitglied der Runde

Aus dem Landkreis Würzburg haben sich laut Götzelmann zehn der 23 jüngst ausgeschiedenen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Gemeinschaft angeschlossen, aus dem Landkreis Kitzingen waren es acht von 15. Einige der Neuen waren beim Treffen in der Kernweinstube in Seinsheim mit dabei.

Zur Gemeinschaft zählt auch ein "Exot", denn mit Hans Baulig gehört ein "auswärtiger Bürgermeister" dazu. Er lebt seit 2005 in Marktbreit, war aber zuvor lange Jahre Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld im Kreis Mayen-Koblenz. 93 Jahre ist er jung und genießt die Treffen, durch die er die Region kennenlernte. Seine unterfränkischen Kolleginnen und Kollegen haben ihn damals gerne aufgenommen.

Von der ansteckenden Fröhlichkeit der Gemeinschaft zeigte sich nicht nur Kitzingens stellvertretende Landrätin und Obernbreits Bürgermeisterin Dr. Susanne Knof beeindruckt. Auch Seinsheims Bürgermeisterin Ruth Albrecht bekannte, dass sie sich schon freue, einmal dieser Runde anzugehören. Allerdings war ihr Vorgänger Heinz Dorsch 30 Jahre im Amt, weswegen es in der Runde hieß, dass Albrecht in 30 Jahren mal nachfragen dürfe. Wobei Roland Lewandowski (Kleinlangheim), wiedergewählter Kassenprüfer, bemerkte, dass sie wohl wegen der vielen jungen Männer gerne schon jetzt dabei sein möchte.

Diskussion über die Weinbergsbewässerung

Als Ruth Albrecht die Marktgemeinde Seinsheim kurz vorstellte, von den Aufgaben und Problemen sprach, blickte der neutrale Beobachter in absolut entspannte Gesichter, denn alles, ob Kläranlage oder Biber, war den allermeisten bekannt, denn damit hatten die allermeisten zu tun. Aber eben "hatten". Deshalb die Gelassenheit und Entspannung. Dennoch waren alle beeindruckt, was Seinsheim zu bieten hat – vorgestellt von Albrecht und der Gästeführerin Lydia Fischer. In der Kirche sangen alle erst einmal "Großer Gott wir loben Dich", bevor Fischer auf die Besonderheiten der Kirche einging. Ob sich einmal ein Bürgermeisterchor, wie in anderen Landkreisen schon vorhanden, gründen wird, blieb an diesem Tag offen.

Seinsheims Wasserreichtum veranlasste zu dem Vorschlag, den Bergtheimern wegen deren Wassermangel doch Wasser zu verkaufen. In diesem Zusammenhang wurde auch über die Weinbergsbewässerung diskutiert. Mainbernheims Altbürgermeister Karl Wolf meinte, man sollte doch den Lauf des Mains verlegen und über Rödelsee/Iphofen und Mainbernheim (schließlich ist der Flussname im Ortsnamen enthalten) führen und bei Marktsteft wieder ins jetzige Flussbett zu lassen, dann wären Bewässerungsprobleme gelöst, schließlich seien auch schon anderswo Kanäle gebaut worden.

Waldbrunns ehemaliger Bürgermeister Ludwig Götzelmann übernahm im Jahr 2008 die Leitung. Drei Jahre wollen er und große Teile des Vorstands noch weitermachen. Die Wahl erfolgte einstimmig. Neue Stellvertreterin ist Doris Paul. Schriftführer bleibt Achim Rieck (Neubrunn), Kassier Franz Olbrich (Oberpleichfeld). Beisitzer sind Wilhelm Sturm (für Rudolf Lösch aus Castell) und Volker Kleinfeld (Giebelstadt). Kassenprüfer sind Roland Lewandowski (Kleinlangheim) und Rainer Fuchs (Rottendorf).