Wilhelm Straßberger aus Kitzingen, Friedrich Heiser aus Volkach und Winfried Koschnike aus Gnötzheim wurden am Donnerstag von Landrätin Tamara Bischof mit dem Umweltpreis des Landkreises Kitzingen ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigte die Landrätin die Verdienste dreier Männer, die sich, jeder auf seine Weise, seit vielen Jahren in den Dienst der Umwelt stellen.

Straßberger, der aus einer Gärtnerfamilie in Etwashausen stammt, arbeitet bei der Lehr- und Versuchsanstalt in Veitshöchheim. Er habe es sich zum Hobby gemacht, Setzlinge, die auf seiner Arbeitsstelle nicht weiter genutzt werden können, in der Gärtnerei seiner Familie aufzuziehen und sie im Landkreis anzupflanzen, berichtet die Landrätin in ihrer Laudatio auf den ersten Preisträger.

Angefangen habe Straßberger in Nacht und Nebelaktionen entlang des Sickerbaches in Kitzingen. Nach und nach habe Straßbergers Hobby immer breitere Anerkennung gefunden. Inzwischen habe der Baumliebhaber innerhalb eines Zeitraums von über 20 Jahren über 3000 Bäume entlang von Radwegen und Bachläufen im Landkreis gepflanzt, so Bischof.

Zu Alleen herangewachsen

Einige sind inzwischen zu ansehnlichen kleinen Alleen herangewachsen. Da Straßberger unmöglich in der Lage, sei 3000 Bäume selbst zu pflegen, hätten sich inzwischen zahlreiche Baumpaten gefunden, die sich um die Schützlinge kümmern. Auch von Gärtnereien und Bauhöfen werde Straßberger unterstützt.

Der zweite Preisträger, der ehemalige Gymnasiallehrer Friedrich Heiser, widme sich bereits seit über 50 Jahren der Vogelkunde, berichtete Bischof. Dabei liegen ihm die Brutvögel in ganz Bayern am Herzen. Seine Beobachtungen halte der Hobbyornithologe in einem Tagebuch fest. Sein Wissen stelle er unter anderem auch dem bayerischen Landesamt für Umwelt zur Verfügung.

Heiser engagiere sich in der Ornithologische Gesellschaft Bayern und führe unter anderem vogelkundliche Exkursionen im Biosphärenreservat Lange Rhön. Seit vielen Jahren sei der Preisträger auch für den Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) tätig und aktives Mitglied der Ortsgruppe Volkach im Bund Naturschutz.

Das Projekt der unteren Naturschutzbehörde, die Wiederansiedlung des Steinkauzes im Landkreis Kitzingen und hier insbesondere im Raum Volkach, sei Heisers Idee gewesen. Dabei habe er beim Anbringen der Steinkauz-Röhren tatkräftig angepackt, erinnerte die Landrätin.

Nistkästen sauber halten

Winfried Koschnicke ist seit 2012 ehrenamtlicher Mitarbeiter der Naturschutzwacht nach dem Kitzinger Modell. Aber auch schon vor der Übernahme dieses Ehrenamtes habe sich der Träger des dritten Preises für die Belange des Naturschutzes rund um seinen Heimatort Gnötzheim eingesetzt, sagte die Laudatorin. Koschnicke habe sich um den Pflegeschnitt gemeindlicher Obstbäume gekümmert und Hecken gepflegt. Daneben habe der Preisträger in der Flur zahlreiche Nistkästen angebracht, die er regelmäßig säubere.

Nachdem Koschinke vor einiger Zeit in einem Acker, in einer Feuchtstelle eine Bekassine, Laubfrösche und Schmetterlinge entdeckt hatte, informierte er darüber die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Kitzingen. Die habe inzwischen mit dem Landwirt Kontakt aufgenommen, dem das Grundstück gehört. Der habe sich bereit erklärt, den Acker gegen Entgelt brach liegen zu lassen, sagte Bischof. Ohne Koschnickes Infos hätte die Behörde von der schützenswerten Fläche nichts erfahren und nichts veranlassen können, lobte die Landrätin den Einsatz des Naturschützers.

Die Preisträger werden vom Kreistag ausgewählt. Die Auszeichnung geht an Bürger, die sich in besonderer Weise um den Natur- und Umweltschutz verdient gemacht haben, sagte Bischof. Sie freue sich, dass in den vergangenen Jahren das Umweltbewusstsein der Menschen zunehme und sich die Erkenntnis durchsetze, dass wir nur eine Natur haben, die es zu schützen gelte.