Die Planungen für den Bereich Herrnstraße Mitte in Mainbernheim, also vom Rathaus bis nach dem Vierröhrenbrunnen, sind weit gediehen. Baubeginn könnte im Herbst nächsten Jahres sein. Bei der Bürgerversammlung am 30. November wird das Projekt vorgestellt.

Die Planerinnen Sylvia Haines und Franziska Liebig stellten in der Stadtratssitzung die überarbeitete Planung vor. Mit eingeflossen sind dabei auch Erkenntnisse aus den Ortsbegehungen in Iphofen, Rödelsee und Thüngersheim. Die Pflasterlösungen in Rödelsee und Iphofen gefielen den Ratsmitgliedern weniger. Von zu großer Materialvielfalt, "Rollatorautobahnen" und Zergliederung des Raumes war die Rede. Thüngersheim hingegen hatte bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Exkursion einen insgesamt positiven Eindruck hinterlassen. Viel historisches Material sei wiederverwendet worden, das Ortsbild sei authentisch geblieben. Trittplatten und Rinnenführung allerdings empfanden die Ratsmitglieder als weniger gelungen.

Randstreifen sollen Regenwasser weg von den Häusern leiten

In der Herrnstraße nun sollen beidseitige Randstreifen entstehen, die Regenwasser weg von den Häusern leiten. Dieses wird ein einer gepflasterten Rinne aufgefangen. Nur noch auf einer Seite wird es Parkplätze geben, die mit dem historischen Pflaster ausgestattet sind.

Für den Platz am Vierröhrenbrunnen schlugen die Planerinnen eine Pflasterung im M-Verband vor. Mit einbezogen werden dabei die in den Platz führenden Straßen. Außenplätze für die Gastronomie sollen zum Beispiel mit Pflanzkübeln abgetrennt werden.

Neben der allgemeinen Information bei der Bürgerversammlung werde es Gespräche mit den Anliegern geben, sagte Bürgermeister Peter Kraus. Zudem sollten die Bauarbeiten mit Rücksicht auf Gastronomie und Lieferverkehr ablaufen. Der Stadtrat stimmte zu, dass die Planungen so laufen können. "Lass die Bagger kommen", sagte Stadtrat Michael Hutterer.

Eine historische Druckerei soll unter anderem entstehen

Nachdem die Machbarkeitsstudien für die Gebäude Herrnstraße 35 und 37 vorliegen, kann mit der Realisierung des Vorhabens begonnen werden. Entstehen soll in den Gebäuden unter anderem eine Tourismusstelle, Büchereiräume, die Rezeption für Albergo diffuso und das Stadtarchiv. Des Weiteren soll eine historische Druckerei eingerichtet werden, ebenso soll Platz für einen Seminarraum sein und für die Präsentation Mainbernheimer Besonderheiten. Ergänzt werden könnte das Projekt nach einem Vorschlag von Arndt Poser mit einem Veranstaltungskonzept unter dem Thema "Bernemer Genusswerkstätten". Dahinter verbergen sich Workshop-Angebote zu den Themen Lebkuchen, Wein, Bier, Druck, Literatur oder Stadtgeschichte.

Für die Sanierung des Gebäudes Herrnstraße 35 mit Einbau eines Aufzugs und Ausbau des Gewölbekellers beläuft sich die Kostenschätzung auf rund 2,27 Millionen Euro. Über die Städtebauförderung und den Struktur- und Härtefonds kann die Stadt mit einem hohen Zuschuss rechnen. Der Anteil der Stadt würde dann bei etwa 380 000 Euro liegen.

Die Sanierung des Werkstattgebäudes und des rückwärtigen Wohnhauses (Herrnstraße 37) wird auf 1,7 Millionen Euro geschätzt. Bei der Stadt verbliebe hier ein Anteil von 415 000 Euro. Insgesamt beträgt der Kostenanteil für die Stadt damit rund 800 000 Euro bei der Realisierung des gesamten Konzeptes zuzüglich der Einrichtung.

Da die Architektenleistungen den Betrag von 214 000 Euro netto überschreiten, sind diese europaweit auszuschreiben. Derzeit laufen die Vorbereitungen für ein Vergabeverfahren.