Seit Anfang des Jahres wird im Wilhelm-Hoegner-Haus fleißig gearbeitet, um das Haus in Sachen Brandschutz und Pflege- und Wohnqualitätsgesetz auf den neusten Stand zu bringen. Der Zeitplan wird aktuell eingehalten und bis Januar 2024 soll der Umbau abgeschlossen sein.

1971 eröffnete der AWO Bezirksverband Unterfranken das Wilhelm-Hoegner-Haus im Kitzinger Stadtteil Siedlung. Seitdem werden dort Menschen betreut, die aufgrund körperlicher, psychischer oder kognitiver Einschränkungen nicht mehr selbstständig leben können. Obwohl die Bausubstanz des vor 50 Jahren errichteten und Mitte der 90er Jahre generalsanierten Gebäudes noch gut war, steht nun eine umfassende Sanierung an, schreibt die AWO in einer Pressemitteilung. Die Maßnahme wurde erforderlich, damit das Langzeitwohnheim wieder den Vorgaben des neuen Wohnqualitätsgesetzes und den veränderten Anforderungen an den Brandschutz entspricht.

Mehr Platz als vorher im Pflegebereich

Das neue bayerische Pflege- und Wohnqualitätsgesetz sieht unter anderem eine andere Fußbodenbeschaffenheit, eine bessere Beleuchtung, größere Zimmer und mehr Einzel- als Doppelzimmer vor. Zukünftig wird es durch die Umbaumaßnahmen nicht mehr 63, sondern nur noch 58 Plätze in der Eingliederungshilfe geben, im allgemeinen Pflegebereich hingegen mit 53 Plätzen einen Platz mehr als vorher. Voraussichtlich im Januar 2024 sollen alle Maßnahmen umgesetzt sein.

Mit dem Umbau wird im neuen Wilhelm-Hoegner-Haus das Wohngruppenkonzept eingeführt, wie es bereits in den AWO Seniorenzentren in Knetzgau und Schonungen sowie im Marie-Juchacz-Haus in Würzburg gelebt wird. Bei diesem modernen Konzept steht bei der Betreuung und Versorgung vor allem Alltagsnormalität als Ziel im Vordergrund: Die Bewohnerinnen und Bewohner leben dort so weit wie möglich wie Zuhause, ohne die frühere Heim- oder gar Krankenhausatmosphäre. Das Zentrum jeder Wohngruppe ist die offene Wohnküche, in der gemeinsam frisch gekocht, gegessen und gelebt wird.

Umzug nach Würzburg für die Dauer des Umbaus

Im Januar sind die Bewohnerinnen und Bewohner des allgemeinen Pflegebereichs samt Pflegepersonal für Dauer des Umbaus ins knapp 30 Kilometer entfernte Sozialzentrum Jung und Alt der AWO in Würzburg-Heidingsfeld umgezogen. Das Sozialzentrum selbst wurde aus ähnlichen Gründen bis Anfang dieses Jahres saniert und auch hier wurde das offene Wohngruppenkonzept eingeführt. So ist es die perfekte Übergangsheimat für die Kitzinger Bewohnerinnen und Bewohner.

Damit diese sich schnell im Sozialzentrum einleben, organisierte Steffen Kuhlmann, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Wilhelm-Hoegner-Haus, einen musikalischen Auftritt von Katrin Brand und Karl-Adam Gutbrod. „Man hat den Eindruck, dass sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner so langsam an die neue Umgebung gewöhnen bzw. sich eingewöhnen und sich auch wohler fühlen“, berichtet Kuhlmann.