Selten erlebte man die St. Matthäuskirche Markt Einersheim so voll besetzt, wie bei dem diesjährigen Karfreitagskonzert. Es waren keinesfalls nur einheimische Besucher, die Dekanatskantorin Marianne Schmidt zu Beginn begrüßte: Die von ihr veranstalteten Konzerte genießen offenkundig in der ganzen Region einen guten Ruf, der nun Bestätigung erfuhr, so Hiltrud Böhm in ihrem Bericht.

Jan Dolezel, Dozent für künstlerisches Orgelspiel an der Musikhochschule Würzburg, zog im wahrsten Sinne sämtliche Register. Wer das Glück hatte, Dolezel nicht nur hören, sondern auch sehen zu können, erlebte einen Organisten, der eins war mit seinem Instrument, der in der Musik aufging, dessen Begabung faszinierte. Mit atemberaubender Technik, schlafwandlerischer Sicherheit und bis ins Letzte durchdachter, nuancenreicher Registrierung interpretierte er Felix Mendelssohn-Bartholdys Präludium und Fuge e-moll, den Choral „Herzliebster Jesu“ von Heinrich Kaminski, die Litanies von Jehan Alain und die Toccata und Fuge d-moll von J. S. Bach. Ein überzeugender Auftritt der Königin der Instrumente.

Ihr gegenübergestellt war das Blechbläserquintett der Musikhochschule Würzburg. In solch einem Ensemble kommt es, abgesehen von der Bewältigung der technischen Schwierigkeiten, die jedes der Instrumente in sich birgt, vor allem auf das Zusammenspiel an: auf gemeinsames Atmen, gemeinsames Empfinden, gemeinsames Gestalten. Manuel Scheuring und Johann Wohlpold (Trompeten), Martin Mayer (Horn), Kai Begemann (Posaune) und Dominik Nuss (Tuba) meisterten diese Aufgabe souverän. Ob es nun der feierliche „Einzug ins Münster“ von R. Wagner war, das kontrastreiche Quintett Nr. 1 von Victor Ewald, das bewegende Adagio von Samuel Barber, die schwungvoll- jazzige Suite von Richard Roblee oder das Brass Quintett von Jan Koetsier: Die fünf Studenten boten mitreißende, dynamisch und rhythmisch höchst spannungsvolle Musik.

Dass die Choräle „Jesus bleibet meine Freude“ und „O Gott, du frommer Gott“ von J. S. Bach den Mittelpunkt dieses Karfreitagskonzertes bildeten, war sicher kein Zufall. Die musikalische Tiefe und Ausdruckskraft der Kompositionen machte den Auftritt aller Musizierenden zu einem intensiven Erlebnis. Lang anhaltender Schlussapplaus belohnte die eindrucksvollen Darbietungen.