Die konstituierenden Sitzungen des Stadtrats sind immer für Überraschungen gut. Das war auch am Dienstag in der Rathaushalle vor zahlreichen Zuschauern so. Da wurde Stefan Güntner von der CSU zwar erwartungsgemäß zum Bürgermeister und ersten Stellvertreter von Oberbürgermeister Siegfried Müller gewählt. Dass der weitere Stellvertreter Klaus Heisel (SPD) heißt, war beim Auftakt zur Wahlperiode 2014 bis 2020 nicht zu erwarten.

Die erste Überraschung gab es vor der Sitzung. KIK-Chef und bisheriger erster Stellvertreter, Klaus Christof, der Ende März noch eine erneute Kandidatur angekündigt hatte, zog die schriftlich zurück. Grund: Die KIK war ebenso wie Pro Kitzingen nicht zu den Vorbesprechungen der anderen Fraktionen geladen worden. Für Christof eine „undemokratische Selektion“ und der Grund, nicht mehr zu kandieren. Christof und sein Fraktionskollege Wolfgang Popp fehlten denn auch am Dienstag, entschuldigt.

Nach dem Christof-Rückzug und den Absprachen im Vorfeld der Sitzung war der Weg frei für Stefan Güntner. Ohne Gegenkandidaten wurde das neue Mitglied der größten Fraktion im Stadtrat mit 27 von 28 gültigen Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Der 32-Jährige bedankte sich für das „außerordentlich große Vertrauen, das so nicht zu erwarten war“. Güntner, der die Stichwahl um den OB-Sessel knapp gegen Müller verloren hatte, sicherte zu, das schon bestehende Vertrauensverhältnis zum OB weiter zu verbessern. „Vertrauen ist wichtig, wenn es konstruktiv vorangehen soll“, sagte Güntner.

Nachdem dann schnell klar war, dass es auch im neuen Stadtrat wieder zwei Stellvertreter geben wird, traten wie erwartet Manfred Marstaller (UsW) für die zweitgrößte Fraktion an und Andrea Schmidt für die ÖDP. Überraschend schickte die SPD-Fraktion mit Klaus Heisel ihr mit 69 Jahren erfahrendstes Mitglied ins Rennen. Dann wurde es spannend: Im ersten Wahlgang kamen Schmidt auf sechs, Heisel auf neun und Marstaller auf 13 Stimmen. Damit kam es zur Stichwahl zwischen Heisel und Marstaller. Am Ende hieß der zweite Bürgermeister mit einer Stimme Vorsprung (14 zu 13) Klaus Heisel. Der versprach, wohl auch im Blick auf die eigenwillige Amtsführung von Klaus Christof, keine eigene Politik machen zu wollen. Die Vertretung des OB sei die Hauptaufgabe. Der hatte zu Beginn mit Blick auf die „leicht verschobenen Mehrheitsverhältnisse“ seine Hoffnung ausgedrückt, dass ein paar „große Brocken“ (Marshall-Heights, Bahnhofsumfeld, Markt-Café und Deuster-Gelände) in diesem Jahr vorangebracht werden könnten. Am Anfang der Sitzung waren die sieben neuen Stadträte vereidigt worden. Am Ende teilte der OB die Namen der Referenten sowie der Fraktions- und Gruppensprecher mit und bedankte sich für eine „disziplinierte Sitzung mit guten Entscheidungen“.

Der neue Stadtrat

Bürgermeister: Erster Bürgermeister und Stellvertreter Stefan Güntner (CSU). Zweiter Bürgermeister Klaus Heisel (SPD).

Fraktionsvorsitzende: Andreas Moser (CSU), Manfred Marstaller (UsW), Astrid Glos (SPD), Jutta Wallrapp (FW-FBW), Klaus Christof (KIK), Andrea Schmidt (ÖDP). Gruppensprecher (weniger als drei Stadträte): Franz Böhm (Pro KT) und Uwe Hartmann (Bayernpartei).

Referenten: Drei für die CSU: Stephan Küntzer (Jugend und Familie), Thomas Rank (Stadtentwicklung), Gertrud Schwab (Freiwillige Feuerwehr); zwei für die UsW: Werner May (Wirtschaft und Konversion), Manfred Marstaller (Sport); zwei für die SPD: Brigitte Endres-Paul (Kultur und Brauchtum), Astrid Glos (Integration); zwei für die FW-FBW: Jutta Wallrapp (Tourismus), Uwe Pfeiffle (Schulwesen und Bildung); einer für die KIK: Wolfgang Popp (Senioren und Behinderte); einer für die ÖDP: Andrea Schmidt (Soziale Stadt und Stadtteilförderung); einer für Pro KT: Franz Böhm (Ökologie, Umwelt und Energie). lsl