Nicht zuletzt die Corona-Fälle und die damit in Verbindung stehenden Todesfälle im Seniorenheim Phönix in Dettelbach  und in St. Elisabeth in Kitzingen haben gezeigt, dass Senioreneinrichtungen während der Pandemie besonders gefährdete Orte sind. Diese Redaktion hat sich am Dienstag und Mittwoch, 2. und 3. Februar, bei allen 13 stationären Pflegeeinrichtungen für Senioren im Landkreis Kitzingen, die das Landratsamt gelistet hat, nach der Corona-Situation erkundigt.

Gefragt wurde auch, ob die Einrichtungen Bewohner aufnehmen können, ob Besuche möglich sind und wie der Stand der Corona-Impfungen ist. Die Angaben spiegeln den Stand zum Zeitpunkt der Abfrage wider.

Horn'sche Spitalstiftung Dettelbach: Weder bei den 31 Bewohnern noch beim Personal (31 Mitarbeiter) gab es bisher Corona-Fälle. Neuaufnahmen sind laut Einrichtungsleiter Dominik Graber möglich, der Schwerpunkt liegt jedoch aktuell auf Patienten aus Krankenhäusern zur Kurzzeit. Besuche sind möglich, es besteht Maskenpflicht. Die Besucher müssen einen negativen PCR (gültig: 72 Stunden) oder Antigentest (gültig: 48 Stunden) vorweisen. Pro Tag und Heimbewohner ist ein Besucher erlaubt. Schnelltests können durch das BRK Kitzingen durchgeführt werden. Die Impfungen sind abgeschlossen, etwa 77 Prozent der Heimbewohner und 40 Prozent des Personals sind geimpft.

Seniorenresidenz Phönix in Dettelbach: Aktuell leben in der Einrichtung laut Betreiber 99 Bewohner. Bei 96 wurde eine Corona-Infektion festgestellt. 22 von ihnen sind nach Angaben des Landratsamtes im Zusammenhang mit Corona gestorben. Aktuell gibt es keine Corona-Feststellung mehr. Das Heim zählt 102 Mitarbeiter, von diesen waren 27 positiv getestet worden. Neuaufnahmen im Heim sind möglich. Besuche sind nach Terminvereinbarung und unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln möglich. Schnelltests für Besucher werden vor Ort angeboten. Bisher wurden 17 Bewohner und 33 Mitarbeiter geimpft; die erste Impfung war am 9. Januar, die zweite am 1. Februar.

Altenbetreuungszentrum Iphofen: Sowohl die etwa 60 Mitarbeiter als auch die 38 Bewohner blieben bisher von Corona verschont. Pro Bewohner ist jede Woche ein Besucher erlaubt, es muss aber ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Die Mitarbeiter werden wöchentlich dreimal einem Schnelltest unterzogen. Die Bewohner bekommen den Test ebenfalls regelmäßig sowie nach ihrer Rückkehr, falls sie das Haus verlassen hatten. Geimpft wurde bisher laut Heimleiterin Andrea Troll einmal, 36 Bewohner haben teilgenommen. Von den Mitarbeitern haben sich bisher knapp 40 impfen lassen.

Caritas-Haus St. Elisabeth in Kitzingen: Von den 81 Bewohnern dort sind nach Auskunft des Landratsamts Kitzingen 29 infiziert. Ein Bewohner ist im Zusammenhang mit Corona gestorben. Von den 83 Mitarbeitern sind nach Auskunft von Georg Sperrle, Geschäftsführer der Caritas Einrichtungen gGmbH, sechs infiziert. Neuaufnahmen sind derzeit nicht möglich. Seit 26. Januar gilt auch ein Besuchsverbot. Schnelltests vor Ort werden nicht angeboten. Sechs Bewohner und 14 Mitarbeiter sind geimpft.

Seniorenhaus Mühlenpark in Kitzingen: Dort leben 58 Bewohner, von denen sich laut Einrichtungsleiter René Kinstle keiner mit Corona infiziert hat. Die Einrichtung beschäftigt 60 Mitarbeiter, von denen drei positiv getestet wurden. Das Haus hat sich selbst einen Aufnahmestopp auferlegt, um das Limit der Arbeitsbelastung nicht zu überschreiten; zwei Betten sind nicht belegt. Ein Besucher darf – wie gesetzlich vorgegeben – einmal pro Tag maximal eine Stunde kommen, nach vereinbartem Termin und mit negativem Corona-Test. Schnelltests vor Ort sind nicht möglich. 54 Bewohner und 50 Mitarbeiter sind das erste Mal geimpft, die zweite Impfung soll am 4. Februar folgen.

Seniorenheim Mainblick des Diakonischen Werks in Kitzingen: Laut Einrichtungsleiterin Sabine Bischoff ist von den Bewohnern und Mitarbeitern niemand an Corona infiziert; Angaben zu Bewohner- und Mitarbeiter-Zahlen macht sie nicht. Das Heim kann Bewohner aufnehmen. Wer einen Bewohner besuchen möchte, muss einen Termin vereinbaren und einen negativen Corona-Test vorlegen. Schnelltests in der Einrichtung sind nicht möglich. 50 Bewohner und 31 Mitarbeiter sind geimpft.

Wilhelm-Hoegner-Haus mit inklusivem Wohn- und Pflegeheim für psychisch Langzeitkranke der Arbeiterwohlfahrt in Kitzingen: Dort leben 125 Menschen, betreut von 115 Mitarbeitern, berichtet Einrichtungsleiterin Sybille Schmitz-Rügamer. Corona-Infektionen: Fehlanzeige. Bedingt durch den Umzug in diesen Tagen nimmt der Bereich allgemeine Pflege derzeit keine Bewohner auf, anders die Bereiche Geronto und Eingliederungshilfe für psychisch Kranke. Bewohner dürfen pro Tag einen Besucher empfangen, gemäß den geltenden Regeln nur mit negativem Corona-Test. Das Rote Kreuz bietet auch dreimal pro Woche Schnelltests im Haus an. Geimpft sind 50 Bewohner (am 4. Februar sollen 45 weitere folgen). Von den Mitarbeitern ist niemand geimpft.

Seniorenheim Schloss Ebracher-Hof in Mainstockheim: Derzeit befinden sich 57 Bewohner in der Einrichtung, betreut von 60 Mitarbeitern. Vergangenen April erkrankten vier Bewohner und zwei Mitarbeiter an Corona; danach gab es keine weiteren Fälle. Neuaufnahmen sind derzeit wegen personeller Engpässe nicht möglich. Für Besucher gilt: Es gibt vier Plätze für Besucher. Anmeldung und negativer Corona-Test sind erforderlich; dazu herrscht Maskenpflicht. Die Impfungen sind abgeschlossen, 52 von 57 Bewohnern sowie 39 Mitarbeiter sind geimpft. Die Mitarbeiter absolvieren drei Schnelltests pro Woche, die Heimbewohner einen alle zwei Wochen.

Haus der Senioren in Marktbreit: Wie Einrichtungsleiter Ludger Schuhmann informiert, liegt die Zahl der Bewohner derzeit bei 105 von 112 möglichen. Einen Aufnahme-Stopp gab es vom 23. Dezember bis 20. Januar wegen der Pandemie. Seither sei man frei von Corona. Es gab bislang neun Corona-Infektionen. Die Mitarbeiterzahl liegt bei 129; davon wurden bisher sieben positiv auf Corona getestet. Besuche sind möglich nach telefonischer Vereinbarung, eine Person pro Tag und Bewohner. Ein negativer Corona-Test muss vorgelegt werden. Es gibt keine Schnelltests für Besucher vor Ort, aber einen separaten Besucherbereich. Angeboten wird die Möglichkeit zu Skypen sowie WhatsApp-Telefonie auf dem Tablet. 95 Mitarbeiter sind bisher geimpft; 21 lehnen eine Impfung ab. Außerdem wurden 81 Bewohner geimpft. Zehn Bewohner lehnen eine Impfung ab.

Haus der Pflege – Kitzinger Land in Sickershausen: In der Einrichtung wohnen laut Geschäftsführer Helmut Witt 79 Menschen. Corona-Fälle gab es keine. Von den knapp 90 Mitarbeitern wurde einer positiv auf Corona getestet. Neuaufnahmen sind möglich, ebenso Besuche. Für Besucher gilt: Jeder Bewohner darf (nach Terminvereinbarung und negativem Test) pro Woche einen Besuch empfangen. Ausnahmen gibt es zu besonderen Anlässen. Kein Besucher betritt das Haus; die Begegnung mit dem Bewohner findet unter Aufsicht eines Mitarbeiters in der Cafeteria statt. Alle tragen FFP2-Masken. Schnelltests werden Besuchern an drei Wochentagen vor Ort angeboten. Alle Bewohner haben die zweite Impfung erhalten, ebenso annähernd 40 Prozent der Mitarbeiter.

ASB Seniorenzentrum „An der Volkach“ in Volkach: Das Haus ist laut Einrichtungsleiterin Helga Vierrether Corona-frei. Alle Bewohner werden einmal in der Woche mit einem Schnelltest untersucht. Nach einem Krankenhausaufenthalt müssen sich die Bewohner einer zehntägigen Quarantäne unterziehen. Die Mitarbeiter absolvieren dreimal wöchentlich vor ihrem Arbeitsbeginn einen Schnelltest. Die Tests werden von Mitarbeitern der Würzburger ASB-Geschäftsstelle durchgeführt. Besuche sind aufgrund der für die Testung benötigten Personalressourcen auf einmal wöchentlich für jeden Bewohner beschränkt. Alle Besucher müssen sich einem Schnelltest unterziehen und dafür einen verbindlichen Termin vereinbaren. Das Treffen mit den Bewohnern erfolgt ausschließlich mit je zwei Personen in der Cafeteria. Neuaufnahmen sind nach entsprechend negativem Testergebnis, abhängig von der aktuellen Belegungssituation, grundsätzlich möglich. Die erste Impfung der Bewohner und Mitarbeiter ist im Gange und sollte am Mittwoch abgeschlossen sein, erklären Helga Vierrether (Einrichtungsleitung) und Melanie Szingsniß (Pflegedienstleitung).

Caritas Alten- und Pflegeheim Bürgerspital in Volkach: Von den 81 Bewohnern ist keiner Corona-positiv, auch keiner der 82 Mitarbeiter, berichtet der Betreiber. Die Einrichtung kann Bewohner aufnehmen. Besuche sind nach Vorgaben der geltenden gesetzlichen Bestimmungen möglich. Die Möglichkeit zum Schnelltest vor Ort gibt es nicht. 46 Bewohner und fünf Mitarbeiter sind geimpft.

Seniorenresidenz in Wiesentheid: Das knapp 110-plätze-Haus wird aktuell noch umgebaut, weshalb sich derzeit nur 68 Bewohner in der Anlage befinden. Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei gut 90. Für Neuaufnahmen gibt es wegen der Sanierung eine Warteliste. Nachdem zwei Bewohner an Corona erkrankt waren, durfte vorübergehend kein Besuch kommen. Inzwischen ist das Haus wieder coronafrei. Besucher dürfen etwa ab Mitte Februar wieder kommen, wenn die Impfungen durch sind. Aktuell ist die erste Impfung bereits gelaufen. Einrichtungsleiterin Nicole Parakenings schätzt, dass sich 90 Prozent der Bewohner und 80 Prozent des Personals spritzen ließen. Schnelltests finden für die Angestellten dreimal wöchentlich und für Bewohner zweimal wöchentlich statt. Sobald wieder Besucher erlaubt sind, können diese sich kostenlos vor Ort einem Schnelltest unterziehen. Die Treffen mit den Angehörigen finden in einem großen Wintergarten statt.