Ein Novum in der jüngeren Geschichte der Stadt Volkach war eine Bürgerversammlung unter freiem Himmel. Wegen Corona trafen sich die Stadtoberen mit über 100 interessierten Bürgern am Freitagabend auf dem Weinfestplatz in Obervolkach, um über den Stand der aktuellen Investitionsplanungen zu informieren. Außerdem konnten die Einheimischen ihre Sorgen und Nöte anbringen. Wegen einsetzenden Regens fiel die Diskussion nach gut einer Stunde allerdings recht kurz aus.

Desinfektionsmittel standen schon beim Betreten des Geländes bereit, Namenslisten führte die Feuerwehr. Alle trugen beim Gehen auf dem Platz Mund-Nasenschutz, die Abstandsregeln wurden eingehalten. Aufgrund des regnerischen Wetters bat Bürgermeister Heiko Bäuerlein um Gesprächsdisziplin, an die sich alle Anwesenden hielten.

Im Mittelpunkt seiner Berichterstattung stand das Neubaugebiet oberhalb der St. Michael-Kapelle. Im Baugebiet "An der Michaelistraße" entstehen 27 Bauplätze. Auf den Grundstücksflächen mit einer Größe zwischen 400 und 600 Quadratmeter können vor allem Einfamilienhäuser errichtet werden. Auch an ein bis drei Mietshäuser wurde gedacht.

Reine Wohnbebauung, kein Gewerbe

Bäuerlein hatte zur Versammlung Mitarbeiter des Ingenieurbüro Hossfeld und Fischer mitgebracht, die Details erläuterten. Planer Andreas Fischer (Bad Kissingen) sagte: "Es handelt sich um eine reine Wohnbebauung, keine Gewerbegrundstücke." Die Straßen im Baugebiet dienen ausschließlich dem Zubringerverkehr. Den Schwerpunkt seiner Planung hat Fischer auf die Geschwindigkeitsreduzierung gelegt. Rondelle mit drei Stichstraßen und Wendehämmer sind die Folge.

Die Straße im Baugebiet erhält Krümmungen. Auf Gehwege wird verzichtet, Fußgänger und Fahrzeuge bewegen sich auf einem Verkehrsraum. Die Entwässerung erfolgt im Trennsystem. Fischer plant ein Regenrückhaltebecken. Das Oberflächenwasser soll in die Volkach eingeleitet werden. Inwieweit das abgeleitete Wasser die ohnehin angespannte Hochwasserlage im Bereich der Stettenburg-Brücke und der Anlieger bachabwärts weiter verschärft, blieb offen. "Das muss auf alle Fälle untersucht und geklärt werden", erklärte 3. Bürgermeister Gerlinde Martin (Obervolkach) auf Anfrage. Landschaftsarchitekt Klaus Neißer (Bad Kissingen) teilte mit, dass voraussichtlich 30 Prozent der Flächen überbaut werden dürfen. Mit dem Spatenstich für das Baugebiet rechnet Neißer im Januar 2022.

Gründleinsmühle soll saniert werden

Jürgen Englert von der Gründleinsmühle will seinen Betrieb sanieren und umstrukturieren. Der Unternehmer aus Obervolkach und Architekt Stefan Dinkel (Volkach) stellten der Bevölkerung das Konzept vor. Alte Lagergebäude sollen dabei abgerissen und ein neues Silogebäude mit einer geplanten Höhe von 30 Meter errichtet werden. Geplant ist ein Stahlbau mit Blechfassade und einer Grundfläche von etwa 240 Quadratmeter. Ein Bachanlieger äußerte Bedenken bei Hochwasser.

Für das neue Feuerwehrhaus hat die Stadt im Mai ein Grundstück erworben, so Bäuerlein. Im Einklang mit dem Feuerwehrbedarfsplan erfolge die Konzeption. Danach würden die Ingenieurleistungen vergeben. Der Planungsentwurf werde mit den örtlichen Floriansjüngern ausgearbeitet, versprach der Stadtchef. Die notwendigen Haushaltsmittel sollen ab dem kommenden Jahr bereit gestellt werden.

Funkmast und Häckselplatz

Wann endlich ein Häckselplatz für Grüngut nach Obervolkach kommt, wollte Heiko Kirchner wissen. Bürgermeister Bäuerlein konnte keine Zusage machen. "Eventuell schließen wir uns an Sommerach oder Nordheim an", so das Stadtoberhaupt.

"Wann kommt der neue Funkmast?" interessierte Dieter Bock. Gerlinde Martins Antwort: "Im zweiten Halbjahr 2021 soll er installiert werden."