Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Kitzingen ist auch am Freitag weiter gestiegen. Im Vergleich zum Vortag vermeldete das Landratsamt am Freitag 14 neue Fälle. Weil gleichzeitig sieben Personen als gesund gelten, zählen im Landkreis 74 Personen als akut erkrankt. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auf 61,4 Fälle pro 100 000 Einwohner angestiegen.

Trotz der weiter steigenden Zahlen im Landkreis, hebt das Landratsamt die Maskenpflicht in der Kitzinger und Volkacher Innenstadt nach Ablauf des kommenden Montags auf. Vertreter der Städte Kitzingen und Volkach sowie der Polizei haben gemeinsam mit dem Landratsamt und dem Gesundheitsamt über die Maßnahmen entschieden, teilte das Landratsamt mit. Weil die Bürger die Maskenpflicht weitgehend beachtet und die Polizei kein einziges Bußgeld verhängen musste, werde die Maskenpflicht nun in eine Maskenempfehlung umgewandelt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. "Ich bin sicher, dass die meisten Bürger mittlerweile so sensibilisiert sind und freiwillig eine Maske tragen, wenn es eng zugeht", erklärt Landrätin Tamara Bischof und betont: "Herzlichen Dank an die Bürger für die gute Mitwirkung."

Laut Landratsamt verteilen sich die jüngst bekannt gewordenen Corona-Fälle auf den ganzen Landkreis. Häufig würden Kontaktpersonen 1 aus dem Umfeld Erkrankter ebenfalls positiv getestet, in Einzelfällen Menschen, die aus dem Ausland zurückgekehrt sind. Es gäbe aber auch Getestete, die sich nicht erklären können, wo und wie sie sich infiziert haben. Ein Corona-Cluster sei im Landkreis nicht zu erkennen. Allerdings gäbe es zwei Ausbruchsgeschehen, die die Behörde gesondert nennt.

Private Feier als Ausgangspunkt mehrere Infektionen

Zum einen betreffen über 25 der 74 aktiven Corona-Fälle Mitarbeitern der Firma Kräuter-Mix in Abtswind oder deren Umfeld. Zum anderen gab es laut Landratsamt bei einer privaten Feier in Dornheim einen Corona-Ausbruch mit insgesamt acht Infizierten aus dem Landkreis Kitzingen und weiteren positiven Fällen aus anderen Landkreisen. Das Landratsamt überprüft die Hintergründe dieser Feier, die nicht zufällig am traditionellen Kirchweihwochenende in Dornheim stattfand, an dem es in diesem Jahr keine offizielle Kerwa-Feier gegeben hat – um einer Corona-Ausbreitung vorzubeugen.

Das Unternehmen Kräuter Mix berichtet – übereinstimmend mit dem Landratsamt – von 110 am Freitagmittag vorliegenden Ergebnissen der Reihentestungen, denen sich annähernd die komplette 476-köpfige Belegschaft am 19. und 20. Oktober unterzogen hat. Die Befunde sind laut Kräuter Mix alle negativ.

Das Unternehmen spricht von 17 positiv getesteten Mitarbeitern, von denen 13 im Landkreis Kitzingen wohnen. Ein 18. Fall habe kein klares positives oder negatives Ergebnis. 90 Prozent der Infizierten arbeiteten in derselben Abteilung und in demselben Bürogebäude. Bei den übrigen Infizierten handelt es sich laut dem Unternehmen um Einzelfälle, deren Erkrankung auf das häusliche, nicht das berufliche Umfeld zurückzuführen sei.

Unternehmen bedauert Verzögerungen bei Testergebnissen

Bis wann die ausstehenden Ergebnisse von über 200 Tests vorliegen, die laut Landratsamt der Betriebsarzt von Kräuter Mix vorgenommen hat, ist unklar. Laut dem Unternehmen könne dies bis zu einer Woche dauern. Das beauftragte Labor sei stark ausgelastet, "was wir sehr bedauern", wie Kräuter Mix feststellt.

Am Armin-Knab-Gymnasium und an der FOS/BOS in Kitzingen hat sich die Lage dagegen entspannt. Die Reihentestungen der Schüler und Lehrer waren negativ, wie das Landratsamt berichtet. Deshalb wurde nur jeweils eine Lehrkraft, die längeren Kontakt mit den positiv getesteten Schülern hatte, in Quarantäne versetzt. Alle anderen Lehrer sind bereits seit Mitte der Woche zurück im Unterricht, sagen die Schulleiter.