Noch sind es gut 80 Tage bis Weihnachten und in den Supermärkten gibt es schon Spekulatius und Lebkuchen. Da kann es bis zum ersten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt ja nicht mehr lange dauern. Doch für viele lieb gewonnene Veranstaltungen und Traditionen gelten in diesem Corona-Jahr besondere Umstände. Viele Weihnachts- oder Adventsmärkte im Landkreis sind bereits abgesagt. Wo etwas stattfindet, wird das Geschehen entzerrt. Ein Drängen durch die Menschenmenge, um sich eine Bratwurst zu holen, darf es im Jahr 2020 einfach nicht geben. Ein Überblick über den Landkreis Kitzingen.

In Kitzingen hat der Stadtmarketingverein Kitzingen Kanns der Stadt ein Konzept vorgelegt. Die Weihnachtsbeleuchtung und die laut Verein größte Adventskerze Bayerns wird es erneut geben. Außerdem bekommen die Gastronomen weiterhin mehr Platz für die Außengastronomie, erklärt Frank Gimperlein, Vorsitzender des Stadtmarketings. Alles andere muss natürlich mit den Hygieneregeln einhergehen, und sollte der Inzidenzwert steigen, fällt vielleicht sogar alles aus. "Aber wir schauen, dass wir ein Konzept hinbekommen, bei dem sich der Weihnachtsmarkt mehr in die Stadt ausstreckt", erklärt Gimperlein. Allerdings sei es nicht möglich, große Standmieten zu verlangen. Deshalb wird es auch finanziell für das Stadtmarketing nicht leicht, einen Weihnachtsmarkt zu stemmen. Genauere Entscheidungen erhofft sich Gimperlein in den kommenden Tagen.

Rödelsee und Volkach abgesagt

Bereits vor vier Wochen haben die Organisatoren die Rödelseer Christkindles Werkstätten im Schloss Crailsheim abgesagt. "Die notwendigen Hygienemaßnahmen können wir nicht einhalten bei den engen Gängen in und um das Schloss. Auch ein Einbahnstraßenverkehr wäre nicht machbar gewesen", sagt Rita Roßmark, zweite Vorsitzende der GWF-Winzervereinigung in Rödelsee. Statt normalweise 5000 Besucher wären außerdem nur 500 erlaubt gewesen.

In Volkach entschied der Gewerbeverband, dass die Volkacher Weihnachtsstraße dieses Jahr ausfällt. Marco Maiberger vom Tourismusverband in Volkach erklärt, dass es schwierig wäre, die Veranstaltung zu dezentralisieren. Anita Krämer-Gerhard, Vorsitzende des Gewerbeverbands und Veranstaltungsleiterin, teilt über die Webseite mit, dass es durch die Enge Gasse und die vielen Zugangsstraßen nicht möglich sei, die Teilnehmerzahl zu begrenzen. Es sei nicht möglich, die Besucher so zu lenken, wie es für die Einhaltung der Abstands- und Hygienebestimmungen notwendig und finanziell machbar wäre. Auch eine Reduzierung der Marktfläche käme aus technischen Gründen nicht in Frage, heißt es in dem Schreiben weiter.

Noch Hoffnung für Iphofen

Auch in Kleinlangheim fällt der Weihnachtsmarkt in der romantischen Kirchenburg dieses Jahr aus. Bürgermeisterin Gerlinde Stier berichtete, dass der Förderkreis Kirchenburg, die örtlichen Vereine, der Kindergarten und Kleinlangheimer Bürger wegen Planungsunsicherheit schließlich entschieden, den Weihnachtsmarkt dieses Jahr abzusagen. "Keiner will verantwortlich sein, falls doch etwas passiert", meint Stier weiter.

Hoffnung gibt es noch für den Iphöfer Weihnachtsmarkt, der am 5. und 6. Dezember als Kunst- und Handwerkermarkt das Veranstaltungsjahr in Iphofen beschließen soll. "Wir können es noch nicht sagen, aber hoffen auf einen Weihnachtsmarkt, eventuell in abgespeckter Form", erklärt Emely Hartmann vom Tourismusbüro Iphofen.