Pfarrvikar Nicolas Kehl und Gemeindereferent Christof Brod heißen die beiden neuen Seelsorger im Pastoralen Raum Kitzingen. Am Sonntag wurden sie in der Kirche St. Johannes der Täufer in Kitzingen von Pfarrer Gerhard Spöckl in ihre neue Aufgabe eingeführt.

Vor dem Altar legten Kehl und Brod ihr Dienstversprechen ab. Gemeindereferentin Erika Gerspitzer verlas das Anweisungsdekret der Diözese Würzburg.

Schwierige Zeit für Kirche und Glauben

Pfarrer Spöckl stellte heraus, dass erstmals neue Seelsorger für den gesamten künftigen Pastoralen Raum Kitzingen – Dettelbach – Marktbreit eingesetzt werden. Das sei eine spannende Herausforderung in einer sehr schwierigen Zeit für Kirche und Glauben, in einer Zeit des Umbruchs, dem die katholische Kirche mit einer Neustrukturierung der Gemeinden begegnen will.

Kirche könne nicht in den Grenzen ihrer Gemeinden stehen bleiben. So gehe dieser neue Auftrag weit über die Gemeinden hinaus. Das bedeute eine große Umstellung für alle Gemeinden wie auch für die Seelsorger selbst.

"Traut Euch zu, Kirche neu zu denken. Gott ist da und wird Euch begleiten!", rief Spöckl den beiden neuen Mitarbeitern zu.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Peter Krämer begrüßte ebenfalls die Neuen. Viel Arbeit werde auf sie zukommen. Sie müssten sich nun erst mal einen Überblick über die Vielfalt ihrer Aufgaben verschaffen. Damit sie sich besser orientieren können, übergab er ihnen einen Willkommensgruß mit Brot und Wein und einer Mappe mit allen Adressen und Telefonnummer sowie Bildern aus allen Kirchen. Mut, Hoffnung und Kraft, damit das Miteinander, das gemeinsame Sorgen und Arbeiten für die Kirche und die Menschen in der Kirche wachsen und Früchte tragen kann, und dazu noch Gottes Segen, waren die damit verbundenen Wünsche.

Nicolas Kehl ist begeisterter Kirchenmusiker

Pfarrvikar Nicolas Kehl ist 31 Jahre alt, aufgewachsen in Büchold, einem Ortsteil der Stadt Arnstein. Nach dem Abitur im Theresianum in Bamberg studierte er Theologie und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Magisterarbeit verfasste er im Fach Kirchenrecht.

Als Pastoralpraktikant und Diakon war er in der Pfarreiengemeinschaft St. Martin Miltenberg-Bürgstadt tätig. Am 2. Juni 2017 folgte die Priesterweihe durch Bischof Friedhelm Hofmann im Würzburger Dom, worauf Kehl dann als Kaplan für vier Jahre nach Hassfurt in die Pfarrei St. Kilian kam.

"Adveniat regnum tuum – Dein Reich komme" war sein Primizspruch und ist die Motivation für sein Leben als Priester. Dafür zu arbeiten und mit anderen Christen mitzuhelfen, dass das Reich Gottes in dieser Welt immer weiter aufgebaut werden kann sowie mit seinem Leben Zeugnis vom Evangelium zu geben, sieht der Pfarrvikar als Inhalt und Ziel seiner neuen Tätigkeit im Pastoralen Raum Kitzingen.

Kehl ist auch leidenschaftlicher Kirchenmusiker, spielt in seiner Freizeit am liebsten an der Orgel.

Christof Brod: Vom Bilanzbuchhalter zum Seelsorger

Gemeindereferent Christof Brod wurde 1982 in Marktheidenfeld geboren und ist dort aufgewachsen. Nach der Schule machte er eine Ausbildung als Steuerfachangestellter und Bilanzbuchhalter und arbeitete auch einige Zeit in diesem Beruf. Hier hatte er auch beruflich erste Kontakte nach Kitzingen, damals beim Kauf des Geländes für den Inno-Park.

Drei Jahre verbrachte er dann in der Abtei Münsterscharzach als Mönch. Danach studierte Brod Religionspädagogik in Freiburg. Schwerpunkte seines Studiums waren interreligiöse Fragen sowie pastorale Projektarbeit und Männerseelsorge. Seine Ausbildungszeit als Gemeindeassistent führte ihn in den Pastoralen Raum Mellrichstadt. Nach der zweiten Dienstprüfung im Sommer dieses Jahres hat er nun seine erste Stelle als Gemeindereferent in Kitzingen. Brod freut sich auf die neue Tätigkeit in eine neue, offene und unsichere Zukunft von Kirche und Gesellschaft.

Brod stammt aus einer Weinregion und ist jetzt wieder in einer Weinregion, ein Stück Heimat. Privat beschäftigt er sich mit Fantasy-Literatur.