Wie soll es mit dem Touristikverein in Rödelsee weitergehen? Nachdem der Vorsitzende Walter Fuhrmann, wie auch die Kassierin Waltrud Bayer und Schriftführerin Margit Lindner nicht mehr bereit waren, zu kandidieren, fand sich in der Versammlung am Freitag keiner, der sich bereit erklärte, an der Spitze des Vereins zu stehen. „Ich habe im Moment keine Idee, wie es weitergehen soll. Wenn wir heute keinen Kandidaten finden, folgt die Auflösung des Vereins“, nannte Fuhrmann die Konsequenzen.

So schnell wollte die mit 28 Mitgliedern besuchte Versammlung das Kapitel Touristikverein dann doch noch nicht schließen. Nach einigem Hin und Her einigten sich die Mitglieder auf einen Vorschlag von Bürgermeister Burkhard Klein, in den nächsten vier Wochen noch einmal eine Sitzung einzuberufen, die das Thema erneut aufgreifen soll. „Es wäre sehr schade, wenn so ein Verein scheitern würde“, sprach der zuvor als Wahlleiter vergebens nach Vorschlägen in die Runde fragende Andreas Pohl das aus, was wohl viele dachten.

Allzu zuversichtlich, dass ein Nachfolger für den seit zwölf Jahren amtierenden Vorsitzenden gefunden wird, hörte es sich jedoch nicht an, was sowohl Walter Fuhrmann, als auch Bürgermeister Klein sagten. Er, so Klein, sei seit zwei Monaten auf der Kandidatensuche und habe „nur Körbe bekommen“. Er unterstrich, dass die Gemeinde natürlich großes Interesse am Fortbestand des Vereins habe. „Es wird so sein, dass der Verein aufgelöst wird. Ob wir es heute, oder in vier, oder sechs Wochen machen“, malte Fuhrmann eher schwarz für die Zukunft.

Alle Appelle, auch die von Wahlleiter Pohl, fruchteten nicht. „Es muss doch Ihr Interesse sein, den Weinort Rödelsee nach außen zu tragen“, gab Pohl den gekommenen Gewerbetreibenden und Winzern mit. Es nutzte nichts. Bürgermeister Klein unterbreitete den Vorschlag, dass nun unter Federführung der Gemeinde ein „Touristik-Rat“ einberufen wird, der sich noch einmal intensiv des Problems annehmen soll.

In der Versammlung hatte der bisherige Vorsitzende Walter Fuhrmann seine Gründe offen gelegt, warum er nicht mehr an der Spitze des 66 Mitglieder zählenden Vereins stehen wolle, der die zur Attraktion gewordenen großen Märkte in Rödelsee im Frühjahr und im Herbst organisiert. Zwölf Jahre seien genug, er habe die ganze Arbeit mit viel Herzblut und Spaß gemacht, und:„Ich hatte nichts davon. Ich habe kein Weingut, Hotel und keine Gastwirtschaft“, so Fuhrmann. Er wolle einfach nicht mehr, das habe er bereits vor einiger Zeit angekündigt. Beifall und Lob gab es für seine Arbeit in den vergangenen Jahren. „A la bonheur“, nannte etwa Bürgermeister Klein das, was Fuhrmann vor allem mit den Märkten bewegt habe. Später mutmaßte er über die Gründe für den Rückzug der verantwortlichen Personen. „Vielleicht waren diese großen Veranstaltungen zu viel für die paar Leute.“

Dass mit ihm auch die anderen Mitglieder des Vorstandsgremiums aufhören, sei „keine konzentrierte Aktion, sondern eine Entwicklung“, so Fuhrmann. Aus Altersgründen höre Kassierin Waltrud Bayer auf, Schriftführerin Margit Lindner nannte berufliche Gründe für ihren Verzicht. Beide hätten zudem bereits bei den letzen Wahlen geäußert, dass sie die Posten nur eine Periode bekleiden würden. Fuhrmann machte unmissverständlich klar, dass er sich auch nicht für eine Übergangszeit zur Verfügung stelle. Einzig versöhnliche Geste am Ende der eineinhalbstündigen vergeblichen Kandidatensuche: Waltrud Bayer überreichte an Walter Fuhrmann ein Präsent für dessen Wirken.