Auch die Stadt Kitzingen hat in der Tourismus-Saison coronabedingt Einbußen hinnehmen müssen. Allerdings haben sich die Gewichte verschoben, und es gibt durchaus erfreuliche Entwicklungen. Tourit-Info-Chefin Vanessa Feineis stellte ihre Bilanz über das Jahr 2020 kürzlich dem Stadtrat vor. 

Während der ersten Corona-Welle bis Ende Mai gab es keine touristischen Dienstleistungen in der Stadt. Nur Geschäftsreisende waren erlaubt, aber sie waren kaum vorhanden. Dennoch und trotz Kurzarbeit habe das Team der Tourist-Info eine ständige Erreichbarkeit aufrecht erhalten, wie Feineis berichtete. Man habe fleißig "das Internet bespielt" nach der Devise: "Kitzingen vom Wohnzimmer aus erlebbar machen".

Mit Wiedereröffnung des prämierten Wohnmobilstellplatzes Ende Mai sei eine riesige Nachfrage ausgelöst worden. 8616 Übernachtungen zählte die Stadt in diesem Jahr und verzeichnete 77 500 Euro an Einnahmen. Im Jahr zuvor waren es ohne Einschränkungen 11 231 Übernachtungen und 101 000 Euro Einnahmen. Für Feineis hat sich die Stadt in diesem Sektor unter Corona-Bedingungen gut geschlagen.

Weniger Gästeführungen in der Stadt

Gravierend dagegen der Einbruch bei den Kreuzfahrtschiffen: 2020 kamen 17 (2019: 57). Vor allem die Touristen aus Übersee blieben aus. Und auch die Zahl der Gästeführungen sank – von 1636 auf 87. Gut zu tun hatte die Tourist-Info dafür am Telefon: 2386 Anrufer wollten Informationen über die Stadt bekommen, etwa 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Untersucht hat Feineis auch, wer nach Kitzingen kommt: 2020 waren das vor allem Tagesausflügler, Wanderer, Radler und Besucher, sich für den Stadtbummel und die Kultur interessierten. Erfreulich war der Trend bei den Wohnmobilreisenden und Familien. Zugleich stieg die Aufenthaltsdauer, nachdem viele Urlauber im eigenen Land reisten. In diesem Zuge waren auch Ferienhäuser und -wohnungen gut nachgefragt. In diesem Punkt sieht Feineis noch Nachholbedarf: Digitale Buchungsmöglichkeiten seien für die Gäste heutzutage wichtig. Aber die Kitzinger Anbieter seien noch nicht ausreichend im Internet vertreten. 

Höhere Gebühren für Wohnmobile zu erwarten

Gelitten haben in diesem Jahr besonders Hotels, erklärte Feineis: Ihnen fehlten die Geschäftsreisenden, und auch Tagungen seien massiv zurückgegangen. Sie sagte: "Ich hoffe inständig, dass viele über die Durststrecke hinwegkommen und überleben werden."

Feineis plant, die angetrebte Wohnmobilplatz-Erweiterung voranzutreiben und ein Besucherleitsystem in Kitzingen zu schaffen. Die Digitalisierung bleibt ein wichtiges Thema. Mit Blick auf die drastischen Erhöhungen der Wohnmobil-Gebühren in Volkach sagte die Kitzinger Tourist-Chefin, dass mit den geplanten verbesserten Dienstleistungen auch in Kitzingen Gebührenerhöhungen gerechtfertigt seien.