Viel Arbeit hatten Michael Mensinger und sein Team vom Freizeit-Land Geiselwind in den letzten Tagen - und zwar nicht, weil das Sommerwetter so viele Besucher angezogen hat. Sie waren in den letzten vier Tagen mit Aufräumarbeiten beschäftigt, damit sie den Park heute wieder öffnen können. Das Gewitter, das sich Samstagnacht über dem Landkreis entlud, hatte einen Vorboten, der im Freizeit-Land ein riesiges Chaos hinterließ.

"Gegen 19 Uhr fuhr aus heiterem Himmel eine Windhose im Zickzack durch den Park und machte innerhalb von ein paar Minuten alles nieder, was ihr in den Weg kam", berichtet Geschäftsführer Mensinger. Verletzt wurden dabei glücklicherweise weder Menschen noch Tiere, dem Freizeitpark entstand aber ein immenser Schaden. "Es waren zum Glück keine Besucher mehr im Park, das wäre sehr gefährlich gewesen. Aber einige Arbeiter waren noch da, die aufgeräumt haben." Diese Männer waren geschockt von der unglaublichen Gewalt der Windhose und informierten sofort ihren Chef, der noch am Abend eine Krisensitzung einberief. "Es war klar, dass wir am Sonntag nicht würden aufmachen können, dafür war einfach zu viel kaputt."

Ein richtiger kleiner Tornado sei es gewesen, der um die 30 große Bäume - zum Teil mit 40 Zentimeter Durchmesser - entwurzelt und abgeknickt hat. Er zerlegte einige Sitzgruppen, zerriss Zäune und warf das Führerhäuschen der Schwanenboote um. "Aber wir hatten Glück im Unglück: Es ist nichts Elementares kaputt gegangen." Die Bäume seien an wertvollen Gebäuden nur entlang geschrammt und hätten keine Fahrgeschäfte getroffen.

Drei Volieren beschädigt


Allerdings wurden drei Vogelvolieren beschädigt, weshalb dem Park einige Vögel abhanden gekommen sind. Tierpfleger Martin Wirsching schätzt, das 15 bis 20 Kanarienvögel, Reisfinken und Diamanttauben fehlen. Sie konnten ausbrechen, weil eine Trauerweide ihre Voliere komplett zerstört hat. "Wenn jemandem also ein ungewöhnlicher Vogel in der Natur auffällt, wäre es schön, wenn er sich bei uns melden würde", ruft er die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Das Freizeit-Land möchte seine geflügelten Bewohner nämlich gerne wieder einfangen.

Auf den Käfig mit Fasanen und Ziertauben ist eine Birkenkrone gestürzt, die die Holzstangen und den Draht zerdrückt hat. "Die Tiere sind aber mit dem Schrecken davon gekommen." Bei der großen Geier-Voliere hat der Sturm außerdem die Rückwand weggerissen - was die Vögel aber scheinbar gar nicht so wahrgenommen haben. Sie sind alle noch da. Ebenso wie die Affen , bei denen ein Baum im Zaun landete.
Mensinger hat eine Liste mit 40 Punkten zusammen gestellt, die er jetzt mit der Versicherung klären muss. "Ich schätze, dass sich unser Schaden auf mindestens 100.000 Euro beläuft - die vier ausgefallenen Tage und die zusätzliche Arbeit noch gar nicht mitgerechnet."

Besucher können kommen


Die größten Schäden wurden jedoch in den letzten Tagen repariert, umsturzgefährdete Bäume gefällt und die Ecken, die noch nicht betreten werden sollen, gesperrt. "Die Aufräumarbeiten liefen auf Hochtouren", so Mensinger. Darum kann der Park heute wieder für Besucher öffnen - auch wenn das eine oder andere noch nicht perfekt ist. "Ich schätze, dass zehn Mann noch etwa drei Wochen zu tun haben, bis alle Schäden behoben und alles wieder im ursprünglichen Zustand ist." Die Kanarienvögel und ihre Mitbewohner werden heute oder morgen in ihr repariertes Heim zurückziehen können, die Schäden an den anderen Gehegen sind bereits ausgebessert. "Es sieht jetzt alles wieder ganz passabel aus und es wird auch alles in Betrieb sein." Bis auf das ,Top of the World', das vor dem Tornado bereits einen Getriebeschaden hatte und noch nicht überholt wurde. Die Karussells und Fahrgeschäfte drehten am Mittwoch einige Testrunden, so dass das Freizeit-Land heute wieder für einen Besucheransturm gerüstet ist. "Wir haben uns Mühe gegeben, dass alles schnellstmöglich wieder in Topform kommt."