Es war Ende Januar, als die Welt der Kitzinger Tierfreunde wieder in Ordnung schien: Bei der Sitzung des Verwaltungs- und Bauausschusses im Kitzinger Rathaus gab es endlich einen Standort für den geplanten Tierheimneubau. Nach kräftezehrenden Monaten und vielen vergeblichen Versuchen war es endlich vollbracht: Mit 13:0 sprachen sich die Stadträte für den Bereich „Im Lailach“ in der Nähe des Golfplatzes aus.

Ein „machbarer Standort“ hieß es damals von Stadtentwicklungsreferent Thomas Rank. Das Gebiet westlich des Kitzinger Innoparks hatten die Tierfreunde durch Beziehungen gefunden. Nachdem das momentane Tierheim auf unsicherem Grund steht und über kurz oder lang schließen muss, schien der Weg für den Neubau frei. Baubeginn, da waren sich die Verantwortlichen damals sicher, sollte mit etwas gutem Willen auf alle Fälle noch in diesem Jahr sein.

Inzwischen steht fest: Das mit dem Baubeginn wird nichts. Mehr noch: Die Standortsuche scheint hinter den Kulissen wieder von vorne angefangen zu haben. Und: Es scheint das große Schweigen ausgebrochen zu sein. Wer beim Gerd Menche, Chef des Kitzinger Tierschutzvereins, anklopft, um Auskunft über den Stand der Dinge zu bekommen, erhält die lapidare Antwort, dass die Vorstandschaft "zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellungnahme zum laufenden Verfahren, was den Tierheimneubau anbetrifft, abgibt."

Schwierige Erschließung

Etwas konkreter wird man bei der Stadt Kitzingen. Pressesprecherin Claudia Biebl deutet an, dass "die Erschließungssituation auf dem momentan ins Auge gefassten Grundstück schwierig ist". Deshalb werde aktuell "nach einer Alternative Ausschau gehalten". Dabei fahre man zweigleisig: Für das Gelände am Golfplatz gebe es weiterhin einen im April eingereichten Bauantrag, der sich auch "in Bearbeitung" befinde. 

Scheinbar sind die Erschließungskosten für die eigentlich abgesegnete Variante jedoch nicht von Pappe, weshalb hinter den Kulissen an einer kostengünstigeren Alternative gebastelt wird. Dies, so betont die Stadt, finden "in enger Absprache mit dem Tierheim-Vorstand" statt. Mit einer endgültigen Entscheidung, in welche Richtung es denn nun geht, sei voraussichtlich im Januar zu rechnen, betont Claudia Biebl auf Nachfrage.

Mehrere Rückschläge

Zuletzt hatte das Projekt Tierheim-Neubau einige Rückschläge hinnehmen müssen: Harald Meyer gab seinen Rücktritt als Koordinator für das Projekt bekannt – ein Grund soll mangelnde Kommunikation gewesen sein. Zudem bereitete eine 200 000-Euro-Finanzierungslücke Kopfzerbrechen. 

Das momentane Tierheim hat derweil nur unter Vorbehalt offen: Es könnte jederzeit Schluss sein. 2017 waren Risse im Mauerwerk entdeckt worden, verursacht von einem vor rund 110 Jahren stillgelegten Stollen, auf dem das Tierheim steht. Das Tierheim ist lediglich noch unter Vorbehalt des Bergamtes Nordbayern geöffnet. Geschätzt wird das neue Tierheim bis zu 2,6 Millionen Euro kosten, wobei 1,5 Millionen als Schuldendienst von den Gemeinden kommen und 300 000 Euro vom Kreis – der Rest ist Sache des Vereins.