Da war der eine oder andere Mainstockheimer Gemeinderat in der jüngsten Sitzung schon ein wenig überrascht, wie schnell manches denn doch gehen kann: War erst im Dezember von einer Projektgruppe die Planung zur Umgestaltung der "Sandspitze" für die Naherholung vorgestellt worden, so lagen am Donnerstagabend schon erste Stellungnahmen der Fachbehörden vor.

Und die haben Bedenken vor allem im Bereich des Umweltschutzes: Vor der weiteren Behandlung der Unterlagen durch die Behörden sind erst umfangreiche Untersuchungen im Bereich des Mainufers durchzuführen. Um hier weiter zu kommen, so Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs, fand im Vorfeld der Ratssitzung auch bereits ein Gespräch mit dem örtlichen Bund Naturschutz statt. Dessen Vertreter, Klaus Petter, kam auch in der Sitzung zu Wort.

Eines der letzten Auwälder mit besonderer Fauna

Er begrüße eine Planung, so Petter, um die Besucherströme lenken und steuern zu können. Immerhin grenze das Gebiet an eines der letzten Auwaldrelikte in der Region mit besonderer Fauna. Um weiter planen zu können, seien spezielle artenschutzrechtliche Prüfungen nötig. Und Petter warnte weiter: "Die kosten Geld."

Geld, das in Mainstockheim eigentlich knapp ist und Werner Zürrlein und Günter Voit auf den Plan rief. Beiden geht das Verfahren zu schnell. Beide erinnerten daran, dass die ursprüngliche Planung erst nach und nach umgesetzt werden sollte – immer auch die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde im Auge behaltend. Und Voit warnte zudem davor, dass zu viele Besucher das Mainufer in Mainstockheim stürmen könnten.

Am Ende ging es ohne Beschluss weiter: In den Haushalt für 2021 sollen 20 000 Euro für mögliche Umweltprüfungen eingestellt werden. Nach Vorlage der Untersuchungen wird die Planung zusammen mit dem Bund Naturschutz entsprechend überarbeitet und wieder dem Landratsamt vorgelegt. Danach wird weiter gesehen. Eine Abstimmung erfolgte nicht.

Walmdach statt Satteldach

Ein Bauvorhaben in der Hauptstraße sorgte für eine längere Diskussion. Demnach soll an ein bestehendes Wohnhaus ein Anbau erfolgen, ein Dachgeschoss mit Satteldach abgerissen und mit Walmdach und Gauben neu errichtet werden.

Das Problem für die Verwaltung ist eine Verschattung der Nachbarschaft durch das neue massive Walmdach. Dagegen hat ein Anlieger auch Bedenken angemeldet. Um dem gerecht zu werden, wurde der Beschlussvorschlag, der grundsätzliches Einvernehmen der Gemeinde vorsieht, um den Nachweis des Bauwerbers, dass sich das Vorhaben in die Umgebung einfügt, erweitert.

Vor allem Peter Brandner wollte einen negativen Beschlussvorschlag erwirken. Allerdings: Beschlussvorschläge müssen positiv formuliert sein, er kann dann ja abgelehnt werden, was aber nur drei Räte so machten. Die Entscheidung zum Bauantrag liegt beim Landratsamt. Bürgermeister Fuchs geht davon aus, dass die unterlegene Partei gegen den Bescheid klagen wird.

Friedhofsweg soll verbessert werden

Dem Antrag eines Bürgers, einen gepflasterten Weg im Friedhof zu verlängern, lehnten die Räte ab: Er werde aber nach und nach verbessert.