Das Geständnis eines Kitzinger Ex-Beamten, der jahrelang Parkautomaten geplündert hatte, war – vor gut zwei Jahren – offensichtlich die Reue von gestern: Der Mann klagte jetzt vor dem Verwaltungsgericht Würzburg gegen einen Bescheid, mit dem die Stadt Kitzingen rund 13 500 Euro an veruntreuten Parkgeldern aus den Jahren 2007 bis 2009 zurückhaben wollte. Dabei versuchte er, sein Geständnis vergessen zu machen.

Krimineller Nebenverdienst

Das Betrugssystem des damaligen Beamten flog 2014 durch eine gründliche Revision auf. Danach stand fest: Der Mann behielt regelmäßig den Inhalt eines der 28 Kitzinger Parkautomaten für sich. Seit 2007 zweigte er in 109 Fällen rund 27 500 Euro für sich ab. Der kriminelle Nebenverdienst führte ihn Ende 2014 vor den Kitzinger Strafrichter. Der verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 16 200 Euro. Kurz darauf verlor der Mann den Beamtenstatus.

An einem längeren Aufenthalt im Gefängnis rutschte er nur knapp vorbei. Einmal, weil die Taten vor 2010 strafrechtlich verjährt waren, er das unterschlagene Geld für die Jahre ab 2010 (gut 13 000 Euro) vier Tage vor dem Urteil an die Stadt zurückgezahlt und im Gerichtssaal ein Geständnis plus Entschuldigung für die Untreue abgelegt hatte: „Ich schäme mich dafür.“

Von Schämen keine Spur

Von Schämen ist im aktuellen Verwaltungsgerichtsprozess – da geht es vor allem um die strafrechtlich nicht geahndeten Unterschlagungen zwischen 2007 und 2009 – nichts zu spüren. Der Kläger bezeichnet sein Geständnis als „widerwillig“. In weitschweifigen Erklärungen versucht er den Eindruck zu erwecken, dass er als Täter keineswegs eindeutig überführt worden sei und auch andere die Chance auf den Griff ins Parkgeld gehabt haben könnten. Den minutiösen Bericht der Rechnungsprüfung ignoriert er: „Es steht nirgends, wann ich der Stadt einen Schaden zugefügt haben soll“.

Der Schlenker in Richtung verfolgter Unschuld stößt im Gericht auf erkennbares Erstaunen. Oberrechtsrätin Susanne Schmöger erinnert den früheren Kollegen an den städtischen Revisionsbericht, der auflistet, wer wann mit dem Parkgeld befasst war – und wieviel in die dunklen Kanäle des Ex-Mitarbeiters floss. Er habe das doch „umfassend“ zugegeben und vor dem Strafrichter Reue gezeigt, so Schmöger. Auch der Vorsitzende der Kammer des Verwaltungsgerichts versteht den Kläger nicht: „Warum ein Geständnis abgegeben für etwas, was man nicht getan hat?“

Dicker Rechenfehler bei den Zinsen

Letztlich erinnert er den Ex-Beamten daran, dass er einige Gerichtskosten sparen kann, wenn er die Klage gegen die Stadt zurücknimmt. Die will gut 13 500 Euro zurück – Geld, das der Mann zwischen 2009 und 2010 an Bargeld unterschlagen hat. Die Zinsen, die die Stadt noch in Höhe von rund 1900 Euro dazu kassieren wollte, hält der Richter allerdings für deutlich zu hoch und angesichts des Minimalbis Minuszinses für komplett falsch berechnet.

Der Zins, auf den die Stadt nun verzichtet, und die Zweifel des Gerichts an der Unschuld des verurteilten Ex-Beamten, drehen letztlich die Verhandlung. Der Anwalt des Klägers zieht die Klage gegen den Kostenbescheid gegen seinen Mandanten zurück, die Rechtsrätin der Stadt streicht die Zinsen.