Es war herzerfrischend für mehrere hundert Besucher, die Leidenschaft junger und junggebliebener Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit anzusehen. Bei der Nacht der offenen Tore, die die Feuerwehr Volkach am Samstag an ihrem 150. Geburtstag feierte, demonstrierten die Wehrleute Einsatzfreude bei den Schauübungen.

Hebekissen hieven Laster hoch

Als die Sirenen heulen und das Löschfahrzeug 16 mit Blaulicht und den Einsatzkräften auf den Hof am Feuerwehrhaus in der Dimbacher Straße rollt, hat sich ein Karree mit unzähligen Zuschauern rund um einen verunglückten Laster gebildet. Ein Mensch und ein Fahrrad sind unter die Räder des Brummis gekommen, so die Ausgangslage der Übung. Der Radfahrer ist eingeklemmt.

Die Kameraden sammeln sich bei Einsatzleiter Frank Thurn und besprechen das Vorgehen. Kommandant Fred Mahler erläutert über Lautsprecher das Konzept, das wohldurchdacht sein will. Wer überstürzt an die Rettung der Person und an das Anheben des Lkw herangeht, macht Fehler. Schnell sind die Einsatzkräfte nach der Kurzbesprechung bei der Arbeit. Jeder Handgriff sitzt, schließlich wurden diese und ähnliche Szenerien schon zigmal geübt.

Nicht nur die Kinder am Rand des Geschehens bekommen große Augen, als der Laster per Lufthebekissen und Unterleghölzern hochgehievt wird. „Mit diesem Kissen könnten wir sogar einen Panzer hochheben“, sagt der Kommandant und spannt einen Bogen zum Bundeswehrstandort Volkach. Der Applaus der Gäste stellt Mahler und seine Kameraden zufrieden.

30 ausgebildete Bootsführer

Zwei weitere Übungen sollen an diesem Tag folgen. Personen werden nach einem Verkehrsunfall gerettet und ein Fettbrand wird gelöscht. Hier sehen die Besucher spektakulär, dass man Fett niemals mit Wasser löschen darf. „Die Flammen ersticken“ lautet die Lösung, wenn Fett brennt.

Auf dem Feuerwehrgelände ist überall reger Betrieb. Die Einsatzfahrzeuge können begutachtet werden. Vor allem der Hubsteiger und das Rettungsboot interessieren die Gäste. Um das Wasserfahrzeug, das auf dem Main eingesetzt wird, steuern zu dürfen, bedarf es eines eigenen Führerscheins, erklärt Moritz Hornung. Der Pressesprecher der Wehr ist stolz darauf, dass bereits 30 Kameraden eine Bootslizenz haben. „Einmal pro Woche wird auf dem Main geübt. Das sind ernste Manöver und keine Spaßfahrten“, erklärt Hornung. Gerade einmal zehn Minuten benötigt die Wehr, um vom Feuerwehrhaus bis zur Einlassstelle am Volkacher Mainufer zu gelangen und das Boot auf dem Fluss ist.

Hornung ist wie auch Kommandant Mahler zufrieden mit dem Übungsfleiß der Kameraden und den Ergebnissen der jüngsten Einsätze. „Wir haben da immer einen guten Job gemacht“, erklärt Hornung. Oft hätten sich Angehörige von Unfallopfern bei der Wehr gemeldet und sich für die Hilfe bedankt. Gut läuft auch die Zusammenarbeit mit dem des Roten Kreuz. „Wir kennen uns und arbeiten bei Einsätzen immer Hand in Hand. Das macht sich bezahlt“, erzählt der Pressesprecher.

Nachwuchs steht schon bereit

Das Miteinander in der Wehr und mit anderen Einrichtungen wird in Volkach großgeschrieben. Am Eingang des Schaugeländes stellt die Arbeitsgemeinschaft Psychosozioale Notfallversorgung im Landkreis Kitzingen ihr Leistungsspektrum vor. Im Feuerwehrhaus werden die Gäste auch kulinarisch verwöhnt. Am Abend heizen „Sunhill 5“ mit ihrem Sound ein. „Wir haben viele junge Leute in der Wehr“, sagt Kommandant Mahler. Die Band soll Anreiz und Dank an den Nachwuchs sein.

Dass die Wehr heute 70 Aktive hat und mit den kleinsten Feuerwehrmäusen und Feuermeldern schon die nächste Generation in den Startlöchern steht, dürfte für die Stadt das schönste Geburtstagsgeschenk sein.