Am 16. Juni lief das slowakische Gütermotorschiff Christina 50 Meter unterhalb der Dettelbacher Schleuse aus dem Ruder und legte sich quer (wir berichteten). Bei der Havarie des mit 970 Tonnen Stahlrollen beladenen Schiffes, das erst nach Stunden wieder freigeschleppt werden konnte, war die Ruderanlage beschädigt worden. Seither lag die Christina im Vorhafen der Schleuse Hohenfeld bei Kitzingen. Jetzt kann der Frachter seine Fahrt zu seinem Zielhafen Mannheim fortsetzen.

Möglich machte dies eine spektakuläre Reparatur in der Schleusenkammer bei Hohenfeld. Da bei der Havarie der sogenannte Schacht, das senkrecht verlaufendes Rohr, an dem das Ruderblatt befestigt ist, stark verbogen wurde, musste von einer Spezialfirma ein neuer angefertigt werden.

Am Dienstag wurde das Ersatzteil, das aus einem Stück gedreht wurde, angeliefert und mit einem Autokran in die Schleusenkammer gehoben.

Zuvor hatte der Kitzinger Hafenmeister und Kapitän Klaus Krüger das Schiff in die Kammer bugsiert. Taucher nahmen dort das reparierte Steuerruder in Empfang und bauten es wieder ein. Die Reparatur musste in der Schleusenkammer durchgeführt werden, weil im Vorhafen die Wassertiefe unter dem Schiffsrumpf nicht ausgereicht hätte, um den Schacht einzubauen.

Die Arbeiten standen ziemlich unter Zeitdruck, da für die Dauer der Arbeiten die Schifffahrt auf dem Main eingestellt werden musste. Nach rund einer Stunde hatten die Profis ihre Arbeit erledigt, die Schifffahrt konnte freigegeben werden und die Christine kann ihre Fahrt fortsetzen.