Jahresversammlung eines Sportvereins in Corona-Zeiten? Das geht. Das zeigte der SV Michelfeld am Freitagabend auf dem Sportplatz. Mit Hygienekonzept und Abständen können dann auch Ehrungen durchgeführt werden. Zwei Mal 40 Jahre: Der Ehrenvorsitzende Armin Schmidt ist seit 40 Jahren Mitglied. Otmar Senft ist noch länger dabei und seit 40 Jahren Kassier des Vereins. Dafür sprach Vorsitzender Harald Dennerlein den Dank des Vereins aus.

Eines Vereins, so Dennerlein in seinem Bericht, der ein turbulentes Jahr hinter sich hat. Erstmals in der Vereinsgeschichte spielte eine Handballmannschaft in der Landesliga und konnte diese auch halten. "Ihr seid die Legenden vom Dorf", so Dennerlein zu den Sportlern. Und es war ein erfolgreiches Jahr 2019 "mit abruptem Ende", so der Vorsitzende.

Der Erfolg der ersten Mannschaft hatte Folgen. Denn nie, so Schriftführer Matthias Popp, gab es im Verein so viele aktive Spieler: 103 Sportler verteilen sich auf sechs Mannschaften. Zwei Mal Herren, ganz neu die Damen, die D- und E-Jugend und die Minis machen den Verein sportlich aus, wobei auch die Mitgliederzahlen stark nach oben weisen: Von knapp 190 auf 250 ist der Verein angewachsen.

"Wir haben ein gutes Polster"

Auch gesellschaftlich und finanziell war 2019 erfolgreich: Die vielen Feste waren allesamt sehr gut besucht. Ob die Muttertagsfeier, das Weißwurst-Frühstück als Haupteinnahmequelle, das Kombi-Turnier oder das Pizzafest – alle sorgten nicht nur für den Zusammenhalt in der Gemeinschaft, sondern auch für Zuwachs in der Kasse. "Da macht es auch Spaß, Vorsitzender zu sein", sagte Dennerlein auch eingedenk der großzügigen Sponsoren, die nicht nur die Busfahrten zu den Landesligaspielen, sondern auch neue Trikots für fast alle Mannschaften finanzierten.

Dann der Lockdown – keine Feste mehr, die Spiele vorbei, die Einnahmen weggebrochen. "Jetzt sind alle wieder im Training, in der Vorbereitung auf die neue Saison", so der Vorsitzende, der sich eine normale Saison mit schönen Spielen und natürlich den Fans in der ausverkauften Halle wünscht. Denn eine Saison ohne Zuschauer – das wird schwierig. Und was sagt der Mann dazu, der seit nun vierzig Jahren für die Finanzen beim Sportverein zuständig ist: "Wir haben ein gutes Polster und halten noch zwei Jahre aus", so Otmar Senft.