Was könnte das Resümee von Susanne Knof am Ende ihrer ersten Bürgerversammlung als Bürgermeisterin sein? Vielleicht, dass sie sich einen Roller kauft, um wie ihr Vorgänger "der Bernd", also Bernhard Brückner, damit mehrmals täglich durch den Ort zu düsen. Dabei könnte sie Missstände entdecken, ehe sie den Bürgern auffallen, wie es ein Bürger anregte. Sicher nicht! Denn das war der Stil vom "Bernd", der 18 Jahre lang Bürgermeister war. Jetzt ist die Zeit der Knof da, die eben ihren Stil hat, auch wenn das für den einen oder anderen noch gewöhnungsbedürftig ist.

Besserer Schutz vor Hochwasser nötig

45 Minuten lang redete Susanne Knof am Freitagabend vor dem gut besuchten Bürgersaal, bot dabei einen Rückblick auf die vergangenen anderthalb Jahre seit der Kommunalwahl und auch einen kleinen Ausblick auf das, was kommen könnte. Dabei verzichtete sie auf die üblichen Zahlen und Daten aus dem Haushalt – für Interessierte lagen die wichtigsten Informationen zum Mitnehmen ausgedruckt aus.

Investitionen in den Fuhrpark des Bauhofs, in die Ausrüstung der Feuerwehr, der Abriss des Schätzleinshäusles, die Beteiligung an der Kirchensanierung, das waren die eher materiellen Fakten der letzten Zeit. Konsequenzen sollte das Hochwasser Anfang Juli haben, hier möchte die Gemeinde mit anderen Breitbachanliegern für einen besseren Hochwasserschutz sorgen, was nur in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt geht.

Bürgerworkshop zur neuen Ortsmitte

Natürlich steht derzeit Sanierung und Umbau des Kindergartens im Fokus des Gemeinderats. Die möglichen Folgen des neuen Kinderbetreuungsgesetzes darauf werden in einer extra Ratssitzung am 27. Oktober beraten. Ab 2023 soll es konkret werden mit dem Bau des letzten Teilabschnitts des Fußwegekonzepts durch den Ort, einem Weg entlang des Breitbachs. Mit einem Bürgerworkshop soll die Zukunft einer neuen Ortsmitte für Obernbreit beraten werden – dazu hat die Gemeinde schon vor einiger Zeit das Anwesen Breitbachstraße 1 und das daneben liegende Bankgebäude erworben.

Eigentlich mit gar nichts zufrieden zeigte sich Bürger Leonhard Löther, dem weder der geplante neue Gehweg entlang des Breitbachs noch die neuen Blühflächen im Ort gefielen. Darüber hinaus bemängelte er die Sicherheit der Kinder am Spielplatz am Breitbach. Für Bernhard Scherer sollte nicht nur der Breitbach, sondern auch die Nebenbäche, wie Iff-, Ick- oder Steinbach beim Hochwasserschutz beachtet und schon vor der Breitbachmündung Rückhaltemöglichkeiten geschaffen werden.

Zukunft des Jugendhauses

Susanne Löther hatte die Dorfjugend im Blick. Derzeit trifft die sich auf der Pröschelswiese, was aber bald wegen dem dort geplanten Ausweichquartier für den Kindergarten nicht mehr möglich sein werde. Einfach den Schlüssel für’s ehemalige Jugendhaus weiterreichen, das gehe ohne Aufsicht nicht, so die Bürgermeisterin. Zwar befinde sich der einst dafür zuständige Verein in der Auflösung, doch sei die Gemeinde im Gespräch mit dem Kreisjugendring und demnächst soll es ein Treffen mit den Jugendlichen über die weitere Zukunft des Jugendhauses geben.