Der Sulzfelder Gemeinderat ist ebenso tangiert von der Corona-Pandemie wie viele andere Gremien, doch von Einschränkungen der Ratsarbeit kann hier keine Rede sein. Ein wichtiges Thema auf der Agenda der Gemeinde ist das Vorhaben des Kitzinger Unternehmens Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR), doch noch dringlicher ist die Weinbergsbewässerung, weswegen der Gemeinderat jetzt Prioritäten setzte und den beabsichtigten Sandabbau hinten anstellte.

"Ursprünglich hatte ich ein Gespräch mit dem Unternehmen LZR, um die Verantwortlichen für die heutige Sitzung einzuladen, doch der Kollege Friedrich Staib hat mich davon überzeugt, heute erst noch einmal ohne die LZR-Leute zu diskutieren", informierte Bürgermeister Matthias Dusel. Staib machte deutlich, dass das Gelände als Überschwemmungsgebiet gewidmet ist, zudem sei das Areal eine der ganz wenigen Flächen, die für die Zukunft noch baulich verwendbar wären.

Außerdem wäre das Areal laut Friedrich Staib vermutlich die einzige Option für die Realisierung eines Weinbergsbewässerungsprojektes, für das Uferfiltrat des Mains gewonnen und gespeichert werden soll. Jetzt hat die Verwaltung die Hausaufgabe bekommen, zu prüfen, welche rechtlichen Eingriffsmöglichkeiten die Gemeinde konkret hat. Zudem erwartet das Gremium die Ergebnisse des Büros Baur Consult zum Thema Weinbergsbewässerung, um eine exakte Entscheidungsgrundlage zur Meinungsbildung zu bekommen.

Weitere Themen im Rat

- Für die Umgestaltung des Lehrergärtchens und die Sanierung der Mauerkrone lag ein erster Entwurf mit einer Skizze auf dem Ratstisch. "Es wird eine relativ große Fläche", meinte der Bürgermeister und vermutet, dass die vom Büro Braun aus Veitshöchheim geschätzten Kosten von 160 000 Euro wohl nicht ausreichen werden. Jetzt hat der Gemeinderat eine haushaltstechnische Größenordnung und es gibt eine Grundlage, um Förderanträge zu stellen.

- Das Gremium folgte der Empfehlung des Bauausschusses zum Erlass einer Satzung, die regelt, dass die Abstandsflächen im Altort wie bisher bleiben, während der Freistaat eine Abstandsfläche ändern will, um mehr bauliche Verdichtung in den Städten und Gemeinden zu ermöglichen.

- Der Gemeinderat stellte die Jahresrechnung für 2019 fest und erteilte dem Bürgermeister und der Verwaltung die Entlastung, nachdem die örtliche Jahresrechnung durch den Rechnungsprüfungsausschuss keine Beanstandung ergeben hatte.

- Der Jahresbetriebsplan für den Gemeindewald eröffnete, dass sich die Arbeit im Wald neben der Entnahme von Totholz hauptsächlich auf die Waldpflege beschränkte. Laut dem zuständigen Förster Achim Volkamer müsse für eine Aufforstung erst einmal ein massives Dornenbusch-Vorkommen beseitigt werden. Auch für das neue Jahr liegt der Schwerpunkt in der Waldpflege. "Uns retten über 20 000 Euro Fördergelder, nur so können wir heuer mit einem Überschuss von 3000 Euro rechnen", bemerkte der Bürgermeister.

- Der Gemeinderat definierte Grundlagen für die Vergabe von öffentlichen Flächen zur Außenbewirtung und reagiert damit auf die Anträge mehrerer Gastronomen. Anhand einer Skizze soll vor allem festgelegt werden, wo und wie viele Tische und Stühle denn am Marktplatz aufgestellt werden dürfen.

- Der Gemeinderat befasste sich mit einem Schreiben des bayerischen Innenministeriums zur Durchführung von Ratssitzungen und die Mehrheit war der Meinung, den Umfang des Gremiums nur im Ausnahmefall auf einen Ferienausschuss zu reduzieren.