Erst einmal abgebremst hat eine Mehrheit im Finanzausschuss (acht zu fünf Stimmen) den Start eines Profilfindungsprozesses für die Stadt. Ob die breit angelegte und professionell begleitete Suche nach dem neuen Profil oder einer Dachmarke damit auch ausgebremst ist, wird die Sitzung des Stadtrats am Donnerstag zeigen.

Wie vor kurzem beim Einzelhandelskonzept kann gut es sein, dass der Stadtrat anders abstimmt als der vorberatende Zwölfer-Ausschuss. Vor gut einer Woche hatte der Ausschuss das Konzept knapp abgelehnt, im Stadtrat gab es eine deutliche Mehrheit für den Schutz der Innenstadt. Interessant an der Sache: Damals wie heute geht es um ein Thema, das der Stadtmarketing-Verein angestoßen hat. Der hat die Suche nach einem Profil für die Stadt zu einem Schwerpunkt der konzeptionellen Arbeit gemacht. Dahinter steht die Erkenntnis aus einer mit 30 Personen besetzten Arbeitstagung: Es ist völlig unklar, wofür Kitzingen steht. Die derzeit oft verwendeten Begriffe wie Weinhandel und Fastnacht sind bei der Tagung in Frage gestellt worden.

Um ein Profil erarbeiten zu können, mit dem sich nicht nur die Stadt und der Marketing-Verein, sondern möglichst viele Kitzinger idendifizieren, soll ein Prozess gestartet werden. Der Haken an der Sache. Den Prozess gibt es nicht zum Nulltarif. Weil weder die Stadtverwaltung noch der Stadtmarketing-Verein Kapazitäten frei haben, soll ein Fachmann von außen den Ablauf steuern. Einschließlich Workshops, Bürgerbeteiligung und Umsetzung durch eine Marketingfirma kostet das rund 50 000 Euro.

Die Kosten waren schnell der Knackpunkt in der Debatte, aber auch die Frage, ob es bei der Flut der vorhandenen Konzepte noch ein weiteres sein muss. Klaus Christof (KIK) kritisierte die geplante Vergabe: „Keiner will mehr Verantwortung übernehmen“, sagte der Bürgermeister. „Ich kann damit nichts anfangen,“ sagte Andrea Schmidt (Ödp) und Rosemarie Richter (UsW) fragte sich ergebnislos: „Was soll dabei rauskommen?“ Damit stand die Ablehnung. Auch wenn sich Brigitte Endres-Paul (SPD, Andreas Moser (CSU) und Stadtbauamtschef Oliver Graumann massiv für den Startschuss ausgesprochen hatten. Am Ende stimmte die SPD und die CSU dafür, der Rest dagegen. Fortsetzung folgt im Stadtrat.