Die nördliche Friedhofsmauer wird seit längerer Zeit innen mit Holzbalken abgestützt. Jetzt haben die Arbeiten für eine dauerhafte Sicherung begonnen. Dabei wird die Mauer aber nicht von innen, sondern von außen stabilisiert. Im Februar vergangenen Jahres hatte sich der Stadtrat nach längerer Diskussion für Betonstützen ausgesprochen. Das Gremium hatte zwischen Beton und Stahl wählen können.

Die Möglichkeit, die Mauer abzutragen und wieder neu aufzubauen, hatte damals das Landesamt für Denkmalpflege abgelehnt. Diese Variante hätte man am liebsten gehabt, wie auch in der jüngsten Stadtratssitzung hörbar war. Denn ein Musterstück einer Betonstütze war nicht bei allen Ratsmitgliedern auf Zustimmung gestoßen. "Ich hoffe, dass es besser ausschaut als der erste Eindruck", sagte Stadtrat Marc Poser, der die Stützen als "potthässlich" bezeichnete.

Betonstützen können mit Natursteinplatten verkleidet werden

Laut Vorschlag soll auf der Vorderseite der Stützen die Schalung mit abgeflammten Brettern zu sehen sein. Dies soll der Oberfläche mehr Struktur geben und dadurch den Ansatz von Flechten und Moosen fördern. Das Ingenieurbüro habe angeregt, die Holzstruktur vertikal zu verwenden, erläuterte Bürgermeister Peter Kraus. Die Betonstützen könnten auch farblich gefasst oder später auch mit Natursteinplatten verkleidet werden.

Stadtrat Herbert Friederich zweifelte, ob die Mauer trotz Ringankers lange halten wird. Die Mauer hänge nach innen und es sei eine doppelte Mauer, bei der man nicht wisse, wie es innen ausschaue. Für den historischen Teil des Friedhofs will sich der Stadtrat überlegen, ob man auch Grabplatten zulassen will. Dazu müsste die Friedhofssatzung aktualisiert werden.

Seit 1980 gibt es den Passus, wonach Abdeckplatten im historischen Teil nicht zulässig sind. Das Landesamt für Denkmalpflege hätte aber gegen Platten keine grundsätzlichen Einwände. Voraussetzungen seien, dass die verwendeten Steine aus der Region kämen und keine geschliffenen oder polierten Oberflächen hätten. Mit der Stadtplanerin Yvonne Slanz soll nun ein "schlankes Regelwerk" zur Aktualisierung der Friedhofssatzung aufgestellt werden, das neue Möglichkeiten der Gestaltung eröffnet.