Die gastronomische Landschaft in Ochsenfurt wird in nächster Zeit einige Veränderungen erfahren. Die Inhaber traditionsreicher Gaststätten schließen ihr Unternehmen, machen anderswo weiter oder sind auf der Suche nach einem Nachfolger. Zum Beispiel Karl-Heinz Goder, dessen Familie seit vielen Jahren die Pizzeria Ätna an der Südtangente führt.

„Ich will verkaufen“, bestätigt Goder, dem das Haus mit der Gaststätte gehört. Allerdings nicht an irgendjemanden. „Der Interessent muss schon passen“, sagt der Gastwirt. Deshalb nennt er auch keinen festen Termin, wann die Pizzeria schließen wird. Familie Goder, die seit 38 Jahren in ihrem Gasthaus die Ochsenfurter bewirtet, wünscht sich zur Nachfolge wieder ein italienisches Restaurant, denn das vorhandene Inventar sei ideal dafür. Zwingende Voraussetzung sei das aber nicht. Die Suche nach einem passenden Nachfolger zieht sich allerdings hin.

Einen Nachfolger hat Familie Schätzlein hingegen schon. Anfang nächsten Jahres wird ein Ehepaar aus Lengfurt das Gasthaus Anker in der Brückenstraße übernehmen. Schätzleins ergriffen die Chance und kauften den Goldenen Anker in Segnitz. „Wir wollten Eigentum schaffen, auch im Hinblick auf unseren Sohn“, sagt Helga Schätzlein, die mit ihrem Mann Norbert den Ochsenfurter Anker 13 Jahre lang als Pächter bewirtschaftete. Sohn Matthias, gelernter Metzger und Koch, möchte den elterlichen Betrieb nämlich fortführen.

„Die Leistung der Wirte ist durchweg gut.
Karl-Heinz Pritzl, Chef der Kauzen-Brauerei

In Segnitz, wohin die meisten der Angestellten ihren Chefs folgen werden, möchte die Gastwirtsfamilie ihren gastronomischen Stil fortsetzen: Traditionelle fränkische Küche soll es geben. Ganz ähnlich soll es auch im Anker in Ochsenfurt weitergehen. Die neuen Pächter, die einen Teil des Personals übernehmen wollen, hätten ebenfalls gutbürgerliche Küche im Programm, sagt Helga Schätzlein. Das sei im Sinne ihrer vielen Stammkunden.

Und im Sinne von Dietrich Oechsner, Chef der gleichnamigen Brauerei und Eigentümer des Gasthauses Anker. „Das Konzept hat sich bewährt“, sagt Oechsner. In dem alten, traditionsreichen Haus kann er sich eine gutbürgerliche Gastwirtschaft am besten vorstellen. Oechsner besitzt außerdem das Hotel Bären am Oberen Tor, über dessen Zukunft in Ochsenfurt ebenfalls immer wieder spekuliert wird. Hier gebe es allerdings nichts Neues zu vermelden, sagt Dietrich Oechsner.

Anders sieht das bei Familie Kleinschrod aus. Es sei fast hundertprozentig sicher, dass er das Hotel zum Schmied in der Hauptstraße zum Jahresende verkaufen werde, sagt Eigentümer Ralph Kleinschrod. In Ochsenfurt ist die Rede davon, dass der Chef der Kauzen-Brauerei, Karl-Heinz Pritzl, den Schmied kaufen wolle. Allerdings wollen weder Pritzl noch Kleinschrod diese Information bestätigen. In der kommenden Woche werde sich alles endgültig entscheiden, sagt Ralph Kleinschrod.

Karl-Heinz Pritzl weiß, dass entsprechende Gerüchte im Umlauf sind. Schon allein aus diesem Grund wolle er dazu nichts sagen. Das gastronomische Angebot in Ochsenfurt findet der Brauereichef zufriedenstellend. „Die Leistung der Wirte ist durchweg gut“, sagt er. Trotzdem sei die Gastronomie ein schwieriges Pflaster und der Wettbewerb für alle hart. Durch die vielen Touristen, die in den Sommermonaten die Stadt besuchten, dürfe man sich nicht täuschen lassen: „Von November bis März ist hier Totentanz.“ Auch wenn er aufhöre, werde es im Schmied weiterhin ein Wirtshaus und auch Gästezimmer geben, sagt Ralph Kleinschrod, der den Schmied 1994 gemeinsam mit seiner Frau übernommen hatte. Gegründet hatte das Gasthaus der Vater Richard Kleinschrod im Jahr 1954, damals noch als Konditorei mit Café.

Etwas Neues tut sich in einem anderen historischen Haus in der Hauptstraße 17. Günter Dehner ist derzeit dabei, sein zwischen Klingentor und Furt gelegenes Elternhaus umfassend zu renovieren, denn hier soll im November ein Konditorei-Café eröffnen. Ein Konditor aus dem Ochsenfurter Gau werde der Pächter, sagt Dehner.

In dem um 1690 erbauten Haus gründete Günter Dehners Urgroßvater bereits um 1875 eine Konditorei. 2003 eröffnete eine Pizzeria in dem zu diesem Zweck umgebauten Gebäude, die allerdings nur kurze Zeit existierte. Seitdem standen die Räume leer. Nun freut sich Günter Dehner, dass wieder ein Konditor einziehen möchte und sich die Tradition der Gründerjahre damit fortsetzt.