Die in Bayern angelaufene Diskussion über eine mögliche Trassenführung der unterirdischen Stromleitung SuedLink hat den Landkreis Kitzingen erreicht. „Die Trasse liegt auf dem Tisch“, sagte Landrätin Tamara Bischof in der jüngsten Sitzung des Kreisaussschusse und kündigte an: „Der Landkreis wird sich positionieren.“

Verwunderung

Mit „einiger Verwunderung“ haben Landrätin Tamara Bischof und Kreisräte zur Kenntnis genommen, dass der Landkreis entgegen aller Erwartungen von einer der möglichen Varianten der Trassen betroffen sein könnte. Die unterirdischen Leitungen sollen im Zuge der Energiewende nach dem Atomausstieg Windstrom aus dem Norden nach Bayern bringen.

Nach dem Aus für die lange diskutierten überirdischen „Monstertrassen“ hat der Netzbetreiber Tennet vor gut einer Woche verschiedene neue Planungsvarianten für die geplante Erdverkabelung der SuedLink Leitung veröffentlicht.

Vier Gemeinden betroffen

Einer der einen Kilometer breiten Korridore, in denen die Kabel einmal liegen könnten, berührt dabei auch den Landkreis Kitzingen. Betroffen sind mit Dettelbach, Mainstockheim, Buchbrunn und Biebelried vier Gemeinden in Norden und Nordwesten des Landkreises.

Dass der Landkreis plötzlich wieder im Spiel ist, kam im Kreisausschuss nicht gut an. Das widerspreche den Beschlüssen, die die große Koalition noch vor einem Jahr gefasst habe, sagte die Landrätin am Donnerstag. Auch wenn sich das Verfahren in einem „sehr frühen Zeitpunkt“ befinde, werde sich der Landkreis positionieren müssen, so Bischof. Schließlich sei der Landkreis mit den beiden Autobahnen A 3 und A7 schon jetzt durch überregionale Infrastruktureinrichtungen belastet.

Gespräche geplant

Zunächst aber sei an diesem Mittwoch, 5. Oktober, ein Gespräch mit den betroffenen Bürgermeistern aus Dettelbach, Mainstockheim Biebelried und Buchbrunn sowie dem Kreisobmann des Bauernverbands geplant.

Zudem verwies die Landrätin darauf, dass Tennet für den 19. Oktober eine große Informationsveranstaltung im Landkreis plane, wo, sei noch nicht klar.

Klar ist aber und das zeigte die kurze Diskussion im Ausschuss, dass das Thema nicht zum letzten Mal auf der Tagesordnung war. Dass es dabei politisch werden könnte, zeigte die Äußerung des SPD-Sprechers Robert Finster: „Man muss die grundsätzliche Frage stellen, ob wir die Trasse überhaupt brauchen.“